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Chinas Premier in Brüssel: Der Gipfel der Bedeutungslosigkeit

Wenn Vertreter des größten und des drittgrößten Marktes der Welt zusammen treffen, gibt es viel Potenzial für gute Geschäfte. Doch die EU-China-Gipfel sind ein Desaster. Längst klopft Peking in Europa ganz woanders an.

Chinas Premier Wen Jiabao trifft sich mit hohen Vertretern der EU - jedoch ohne große Erwartungen. Quelle: dpa
Chinas Premier Wen Jiabao trifft sich mit hohen Vertretern der EU - jedoch ohne große Erwartungen. Quelle: dpa

PekingEigentlich müsste dieses Treffen richtig wichtig sein: Der EU-China-Gipfel bringt die höchsten Vertreter des größten und des drittgrößten einzelnen Marktes der Welt zusammen. Doch die Veranstaltung wird enttäuschend enden: Wenn EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und Chinas Premier Wen Jiabao die Gesprächen verlassen, dann werden sie kein Ergebnis vorzuweisen haben.

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Die Themen sind seit 15 Jahren dieselben. China fordert die Aufhebung eines Waffenembargos und die Anerkennung als Marktwirtschaft durch die Europäische Union. Der Westen wirft China derweil vor, viel zu billig anzubieten. Es wechselt bloß die Produktgruppe. Vor zwei Jahren waren es Schuhe, heute sind es Solarzellen. Premier Wen war gleich zu Beginn die Frustration anzumerken, als er am Donnerstag beklagte, in den Frage von Waffenembargo und Marktwirtschaft sei in der vergangenen Dekade keinerlei Fortschritt erzielt worden. Die Europäer hätten sich weder vor- noch zurückbewegt.

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Je länger sich die Krise der westlichen Länder hinzieht, desto bedrohlicher werden in Fernost die Auswirkungen des billigen Geldes. Noch können die Regierungen gegensteuern.

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Der Unzufriedenheit der Chinesen liegt ein grundsätzliches Problem der EU zugrunde, das auch die Eskalation der Eurokrise möglich gemacht hat: Die fehlende Handlungsunfähigkeit der europäischen Institutionen. Van Rompuy hat nun einmal nichts zu sagen.

In deutlichem Kontrast dazu steht die Wertschätzung, die Wen der deutschen Kanzlerin Angela Merkel entgegenbringt. „Sie hat wirklich Führungskraft“, sagte er vergangene Woche auf einem Wirtschaftstreffen in der Hafenstadt Tianjin vor Unternehmensführern. „Sie kann etwas bewegen.“ Klar, auch Merkel ist in den Seilen der EU gefangen. Das versteht auch Wen – und sieht ein, dass die potentielle Macherin deswegen nicht so recht zum Zuge kommt.

China und EU handeln jeden Tag für mehr als eine Milliarde Euro

  • Gegenseitige Abhängigkeit

    China und Europa sind voneinander abhängig. Das Reich der Mitte wird in diesem Jahr zum größten Exportmarkt der Europäer aufsteigen und damit die USA überholen. Umgekehrt ist die Europäische Union der größte Abnehmer chinesischer Ausfuhren. Beide Seiten handeln jeden Tag mit Waren im Wert von mehr als einer Milliarde Euro.

  • Ausfuhren gestiegen

    Nach einem Zuwachs von 37 Prozent 2010 stiegen die europäischen Ausfuhren nach China im vergangenen Jahr von Januar bis November um 21 Prozent auf 124 Milliarden Euro. Deutschland hat mit deutlichem Abstand und knapp der Hälfte der EU-Ausfuhren nach China den größten Anteil daran, gefolgt von Frankreich und Großbritannien. 60 Prozent der EU-Ausfuhren waren Maschinen und Fahrzeuge.

    Während die 27 EU-Länder im Jahr 2010 rund 19,8 Millionen Autos produzierten, waren es in China nicht viel weniger: rund 18,3 Fahrzeuge.

  • Weltgrößte Devisenreserven

    Die Importe aus China kletterten nach einem Anstieg von 31 Prozent 2010 im vergangenen Jahr bis November um weitere fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 244 Milliarden Euro. Seit Jahren gibt es ein großes europäisches Defizit im Handel mit China, das 2010 noch bei 168 Milliarden Euro lag. Aus diesem Überschuss sammelt China die Euros in seinen weltgrößten Devisenreserven im Wert von insgesamt 3,18 Billionen US-Dollar an. Rund ein Viertel sollen Euros sein.

  • Negative Leistungsbilanz

    Während die Leistungsbilanz der 27 EU-Länder im vergangenen Jahr bei minus 24 Milliarden Euro lag, konnte China einen deutlich positiven Saldo von 258 Milliarden Euro verbuchen. Auch das BIP der Chinesen war 2011 mit 12.900 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch wie das BIP der EU (5100 Milliarden Euro).

  • Schlechter Marktzugang

    Die Wirtschaftskooperation zwischen Europa und China ist rasant gewachsen. Doch beklagen europäische Unternehmen in China schlechten Marktzugang, ungleiche Wettbewerbsbedingungen, mangelnde Transparenz und Rechtsunsicherheiten.

  • Urheberrechte verletzt

    Schlechter Schutz des geistigen Eigentums ist unverändert ein großes Problem. Sieben von zehn in China tätigen europäischen Unternehmen wurden nach eigenen Angaben schon Opfer von Urheberrechtsverletzungen mit teils erheblichen Verlusten. Mehr als die Hälfte aller Raubkopien, die der Zoll in Europa sicherstellt, stammt aus China.

  • Zögerliche Investitionen

    Die 27 EU-Staaten zählen mit 7,1 Milliarden Euro 2010 zu den fünf wichtigsten Investoren in China - neben Taiwan, Hongkong, USA und Japan. Rund 20 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen in China stammen aus Europa. China investiert aber nur sehr zögerlich in Europa. Zwar stiegen die chinesischen Investitionen 2010 von 0,3 auf 0,9 Milliarden Euro, doch stammen nur 1,7 Prozent aller ausländischen Investitionen in Europa aus China.

Aus diplomatischen Kreisen in Peking ist immer wieder zu hören, dass die chinesische Führung am liebsten die Deutschen als offiziellen Ansprechpartner in der EU haben würden. Das Misstrauen der anderen 26 Mitgliedsstaaten nimmt unterdessen zu: Verschafft sich Deutschland einen Vorteil im Umgang mit China, indem es weniger auf Menschenrechte achtet und dafür umso großzügiger investiert?

  • 20.09.2012, 21:14 Uhrskl

    Da sieht man mal, wie es um die "grose" EU bestellt ist: Lauter EGO-Interessen mit hohlen Gesamtrepraesentanten an der "Spitze" des Eisberges! Schafft endlich diesen eu-Bleodsinn ab inkl. euro und wir machen wieder eine schoene EWG! Das war das erfolgreiche Modell, nicht die Schuldenunion von heute! Ich erde es nie akzeptieren, wenn ein mafioeser Italiener oder ein korrupter Belgier in meine Heimat hineinregieren und auch noch meine Ersparnisse verzocken, wie derzeit! Aus Freunden, die ihre Freunde betruegen (Griechenland) und staendig "anschnorren" werden ungern gesehen Gaeste und bei Diebstahl (das steht mit dem ESM im Raum) auch Feinde, denen man dann eins in die Fr...e haut, damit die Sachlage klar wird! Lasst es nicht soweit kommen! Die Chinesen sind clever und unterhalten sich mit den gewuenschten Partnern direkt. Die nutzen jede Schwaeche (euro, EU) sofort aus und man ist als "kleine" Einheit Nationalstaat viel besser aufgestellt als diese traege lobbyverseuchte EU. Das soll uns ja nicht davon abhalten und mit unseren europaeischen Freunden abzustimmen und das Beste rauszuholen, aber widerwillig vereinte Staaten (so werden es dann wohl die Vereinigte Staaten von Europa sein) lassen sich wie Menschen gegenseitig aufreiben und ausspielen, das vrstehen die Chinesen sehr gut.

  • 20.09.2012, 21:00 Uhrgermany_go_east

    @netshadow

    "LOL
    China ist eine Diktatur.
    China ist eine Zecke in der Weltwirtschaft, denn Bestechung und Korruption ist an der Tagesordnung, bzw. gehört das zum guten Ton zur Wahrung des Gesichts."

    Das.

    Ich muss mich bei Ihnen entschuldigen. Ich dachte es wäre offensichtlich.

  • 20.09.2012, 20:33 Uhrnetshadow

    @germany_go_east

    "Schauen Sie sich mal um wieviel in Ihrem Haushalt "Made in China ist". Sie werden überrascht sein."

    Und was wollen Sie mir damit jetzt sagen?

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