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Chinas Premier Wen Jiabao: Prost, Kommunismus – was kostet die Welt?

Wen Jiabao galt als unbestechlich, doch nun gerät Chinas Premier ins Zwielicht. Der Vorwurf: Vorteilsnahme und Vetternwirtschaft. Im Schatten der Macht sollen seine Verwandten ein Milliardenvermögen angehäuft haben.

Chinas Premier Wen Jiabao. Quelle: AFP
Chinas Premier Wen Jiabao. Quelle: AFP

PekingWie reich darf ein guter Kommunist sein? In China ist die Grenze offenbar nach oben offen. Die Familie von Premier Wen Jiabao soll während seiner Regierungszeit ein Vermögen von rund zwei Milliarden Euro aufgehäuft haben. Möglich machte das die Nähe zur Macht.

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Die Neuigkeit kommt für die Kommunisten zur Unzeit. Vor einem entscheidenden Parteitag der Kommunistischen Partei schüren solche Nachrichten die Unzufriedenheit im Volk. Schon jetzt brechen in allen Landesteilen regelmäßig Aufstände von Unzufriedenen los, die sich benachteiligt fühlen.

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Vor allem Wens Frau, Zhang Beili, ist dabei schon lange wegen ihrer verzweigten Geschäfte in der Edelsteinbranche im Gerede. Wen hat sich zwar schon vor Jahren von ihr distanziert, doch das hindert sie nicht daran, weitere Millionen anzuhäufen. Der Handel mit Diamanten ist in China staatlich reguliert. Zhang hatte praktisch ein Monopol auf den Im- und Export.

Heute Vormittag haben die Zensurbehörden in Peking dann plötzlich hart gegen die Verbreitung eines Artikels in der US-Zeitung „New York Times“ durchgegriffen. Die Journalisten hatten die Finanzverflechtungen der Familie Wen im Detail nachverfolgt und in einem längeren Artikel zusammengestellt. Der Onlineauftritt der Zeitung ist seitdem von China aus nicht mehr erreichbar, der Webbrowser zeigt nur eine Fehlermeldung.

Die chinesische Regierung weist den Bericht der New York Times als falsch zurück. „Hinter solchen Berichten stecken strategische Motive der USA", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. "Es geht darum, China schlecht zu machen.“

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Unter Chinas Top-Kommunisten steigt merklich die Nervosität. Das Volk fühlt sich zunehmend betrogen: Während der soziale Aufstieg immer schwerer wird, bereichern sich einige wenige Familien an den Schaltstellen der Macht. Denn in Chinas Staatswirtschaft sind Beziehungen Geld. „Es gibt vier große Familien, die die Adern der chinesischen Wirtschaft kontrollieren“, sagt der emeritierte Politologe Shang Dewen von der Peking-Universität. „Die Kommunistische Partei repräsentiert nicht mehr die Interessen des Volkes, sondern nur noch ihre eigenen.“

  • 30.10.2012, 21:03 UhrLarsLonte




    Andre Gunder Frank: Entwicklungstheorie



    http://www3.giz.de/E+Z/zeitschr/ez300-8.htm

  • 30.10.2012, 21:01 UhrHolgerJahndel




    Andre Gunder Frank: Entwicklungstheorie



    http://www3.giz.de/E+Z/zeitschr/ez300-8.htm

  • 27.10.2012, 01:48 Uhraurorix

    Is ja albern die chinesische Staatsform immer noch als kommunistisch darzustellen, so quasi als untrüglichen Beweis für ihre Untauglichkeit. Die Partei mag sich ja vielleicht noch so nennen, aber das hat wenn schon eher machtstrategische Gründe.
    Nein, Chinas Staatsform ist vielmehr die eines oligarchisch strukturierten Staatskapitalismus. Das und sein schier unerschöpfliches Humankapital ist es, was es so bedrohlich und gleichzeitig unwiderstehlich macht. Hier können die Machteliten noch immer schalten und walten, wie es ihnen beliebt, während ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung eingeschüchtert schweigt und seine Arbeit erledigt.
    Letztenendes sollte man viel mehr Aufmerksamkeit auf diese - kapitalistisch gesehen - höchst erfolgreichen oligarchischen Strukturen richten, denn sie sind die eigentliche Gefahr für unsere "Demokratien". Unzweifelhaft werden zur Zeit auch bei uns die Tendenzen in diese Richtung immer offensichtlicher.
    Aber keine Angst! Unsere Oligarchen wissen ganz genau, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um auf dem selbstentfesselten globalen Markt gegen den profitorientierten chinesischen Ungeist auch in Zukunft bestehen zu können. Da kann man nur ehrfürchtig staunen und weiter seine Arbeit erledigen.

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