Die Bank of Japan hat einen Großteil dieses Schatzes in US-Staatsanleihen investiert – was auch politische Gründe hat, denn Amerika ist seit dem Zweiten Weltkrieg die dominierende Schutzmacht Japans. Dementsprechend gering ist die Neigung der japanischen Politik, daran etwas zu ändern. Finanzminister Fukushiro Nukaga sagte kürzlich, dass es wichtig sei, die Währungsreserven in "sicherer und liquider“ Form angelegt zu halten – gemeint waren US-Staatsanleihen.
Japans Staatssekretär für Währungsfragen, Naoyuki Shinohara, erteilte zudem offiziell der Idee eines Staatsfonds eine Absage: "Wir würden nur die Märkte unruhig machen, wenn wir die Reserven für spekulative Zwecke nutzen“, sagte er.
Hinter den Kulissen läuft jedoch eine ernst gemeinte Prüfung, wie Japan doch noch höhere Profite aus den angehäuften Dollars erwirtschaften kann, schließlich ist der Staat bei seinen Bürgern hoch verschuldet. Spitzenbeamte der Finanzdienstleistungsagentur trafen sich mit Vertretern des Staatsfonds von Singapur, um sich über Details zu informieren.
Zumindest im Jahr 2006 sah die Rendite auf Anlagen der japanischen Notenbank jedoch mit vier Prozent auch ohne Staatsfonds gar nicht mal schlecht aus. Die Dollarvorräte der Bank of Japan entstammen einer Periode, als Nippon durch Interventionen Aufwärtstendenzen des Yen entgegenwirken wollte. Seit März 2004 hat das Finanzministerium jedoch keine Dollars mehr ankaufen lassen, zumal der Yen sich dank niedriger Notenbankzinsen am Markt von selbst nach unten bewegte.

