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26.11.2008 
Knotenpunkt für Osteuropa

Chinesen übernehmen Hafen in Piräus

von Gerd Höhler

Der griechische Hafen Piräus soll zum Knotenpunkt des Containerverkehrs zwischen Fernost und Osteuropa ausgebaut werden. Eine chinesische Betreibergesellschaft übernimmt für 35 Jahre das Management des Containerumschlags in der Hafenstadt. Peking und Athen wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen weiter intesivieren.

Der Hafen von Piräus soll zum Umschlagplatz chinesischer Produkte für Osteuropa werden. Foto: Lupe

Der Hafen von Piräus soll zum Umschlagplatz chinesischer Produkte für Osteuropa werden. Foto:

ATHEN. Die volkseigene chinesische Cosco Pacific Ltd., Asiens drittgrößter Betreiber von Containerhäfen, übernimmt das Management des Containerumschlags in der griechischen Hafenstadt Piräus. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten gestern in Athen der griechische Regierungschef Kostas Karamanlis und der chinesische Präsident Hu Jintao, der sich zu einem offiziellen Besuch in Griechenland aufhält. Beide Länder wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen in den kommenden Jahren ausbauen – Karamanlis spricht von einer „strategischen Partnerschaft“ Griechenlands und Chinas.

Mit dem am Dienstag unterzeichneten Vertrag erhält Cosco ab Oktober 2009 für 35 Jahre die Konzession für den Betrieb der Piers 2 und 3 im Containerhafen von Piräus. Die griechische Seite beziffert das Volumen des Geschäfts auf 3,3 Mrd. Euro. Diese Summe ist jedoch eine Hochrechnung über die gesamte Laufzeit des Vertrages. Cosco Pacific Ltd. nannte in einer Pflichtmitteilung an die Börse Hong Kong, wo das Unternehmen gelistet ist, eine anfängliche Investitionssumme „in der Größenordnung von 500 Mio. Euro“. Die Cosco-Gruppe, zu der neben dem Hafenbetreiber Cosco Pacific auch die Cosco Shipping Co. gehört, die weltweit fünftgrößte Containerreederei, will Piräus zu einer Drehscheibe im östlichen Mittelmeer ausbauen. Der Hafen könnte damit zu einem Umschlagplatz für chinesische Importe für den gesamten Mittelmeerraum, aber auch zum Standort für die Weiterverarbeitung chinesischer Halbfertigwaren werden.

Der Containerverkehr im östlichen Mittelmeer hat allein im vergangenen Jahr um rund 25 Prozent zugenommen. Der bisher staatlich gemanagte Hafen von Piräus muss jedoch dringend in moderne Umschlageinrichtungen und Erweiterungen investieren, wenn er gegenüber anderen Standorten nicht ins Hintertreffen geraten will.

„Wir wollen Piräus zum Knotenpunkt des Containerverkehrs zwischen Fernost und Osteuropa sowie dem Balkanraum ausbauen“, sagte der Präsident des Cosco Group, Wei Jiafu, bei der Vertragsunterzeichnung in Athen. Die Umschlagkapazität des Terminals soll von heute 1,6 auf 3,7 Mio. TEU (20-Fuß-Container-Einheiten) mehr als verdoppelt werden. Cosco will in einer ersten Phase 235,5 Mio. Euro in Ausbau und Modernisierung des Hafens investieren.

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