Chinesischer Buchhändler EU fordert die Freilassung von Gui Minhai

Der Buchhändler Gui Minhai wurde in China festgenommen. Er soll politisch heikle Bücher über China herausgegeben haben. Die EU fordert die Freilassung – die chinesische Regierung schweigt.
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Die Vertretung der Europäischen Union in Peking fordert die Freilassung des Buchhändlers. Quelle: AFP
China und die EU

Die Vertretung der Europäischen Union in Peking fordert die Freilassung des Buchhändlers.

(Foto: AFP)

PekingDie Vertretung der Europäischen Union in Peking hat China dazu aufgefordert, den Hongkonger Buchhändler Gui Minhai wieder auf freien Fuß zu setzen. „Wir erwarten, dass die chinesischen Behörden Gui Minhai sofort aus der Haft entlassen und ihm erlaubt wird, zu seiner Familie zurückzukehren“, sagte EU-Botschafter Hans Dietmar Schweisgut am Mittwoch in Peking. Gui Minhai habe ein Recht auf konsularische und medizinische Unterstützung, weil er schwedischer Staatsbürger und auch EU-Bürger sei.

Gui Minhai war nach Angaben seiner Tochter am Samstag in einem Zug nach Peking von Sicherheitsbeamten in Zivil abgefangen und abgeführt worden. Er wurde bereits im Oktober aus einer Haftstrafe entlassen und lebte seither in einer Form von Hausarrest.

Der 53-Jährige, der einen schwedischen Pass besitzt, war im Oktober 2015 im Urlaub in Thailand verschwunden. Seine Familie vermutet, dass er von chinesischen Agenten verschleppt wurde, weil er in Hongkong politisch heikle Bücher über China herausgegeben hatten. In Chinas Staatsfernsehen tauchte Gui Minhai, neben dem zwischenzeitlich vier weitere Buchhändler verschwunden waren, schließlich mit einem Geständnis auf: Er habe vor mehr als zehn Jahren in China Fahrerflucht mit Todesfolge begangen.

Eine Sprecherin des Pekinger Außenministeriums gab am Mittwoch an, keine spezifischen Informationen zum Fall zu haben. Die Forderungen der EU und Schwedens seien aber „unangemessen“. Ausländische Regierungen, die ihre eigenen Bürger schützen wollen, sollte sie im Voraus erziehen. Die Gesetze des Gastlandes seien zu respektieren.

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  • dpa
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