„Chinesischer Neokolonialismus“
China zückt politisches Scheckbuch

China setzt seine weltweite Expansion fort und greift immer entschlossener nach Aufträgen in Europa. Dabei hebelt Peking mit Dumpingangeboten und Billigkrediten zunehmend entschlossener westliche Konkurrenz aus. Neben den Großaufträgen erkaufen sich die Chinesen dabei auch zunehmend politischen Einfluss.

BERLIN/PEKING. Während es beim Vordringen chinesischer Firmen nach Afrika und Lateinamerika bisher vor allem um die Absicherung von Rohstoffen geht, sichern sich die Chinesen in Europa jetzt vor allem große Infrastrukturprojekte.

Neben den Großaufträgen erkaufen sich die Chinesen so zunehmend politischen Einfluss und treten sogar in Konkurrenz zum Internationalen Währungsfonds (IWF), der eigene Kreditzusagen in der Regel mit Konsolidierungsauflagen der betroffenen Staatshaushalte belegt.

In Europa attackieren chinesische Staatskonzerne von der Peripherie aus: Mit Moldawien und Serbien hat die Regierung in Peking gerade sogenannte strategische Abkommen geschlossen. Im Falle Moldaus soll in diesem Rahmen ein chinesischer Vorzugskredit in Höhe von einer Mrd. Dollar vergeben werden, für den im Gegenzug der größte chinesische Baukonzern, China Overseas Engineering Group (Covec), enorme Bauaufträge erhalten soll.

Zuvor hatte China sich bereits in Afrika, Asien und Lateinamerika mit Milliardenhilfen den Zugang zur dortigen Rohstoffförderung und zu großen Infrastrukturbauprojekten erkauft. Das war von Entwicklungshilfepolitikern immer wieder als "chinesischer Neokolonialismus" kritisiert worden, vor allem, weil Peking durch die Kredite ohne Reformvorgaben den in den Augen vieler westlicher Politiker dringend nötigen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Wandel in diesen Ländern ausgeklammert hatte. Stattdessen mussten Länder wie Mazedonien und Costa Rica im Gegenzug für chinesische Hilfe ihre Beziehungen zu Taiwan aufgeben.

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