Chinesischer Präsident
Xi gegen Abschottungstendenzen in der Welt

China und die Schweiz feiern ihre Freundschaft und einigen sich auf noch engere Beziehungen. Gast und Gastgeber überhäuften sich gegenseitig mit Komplimenten - im Kontrast zu dem desaströsen Staatsbesuch 1999.
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BernDer chinesische Präsident Xi Jinping hat bei seinem Staatsbesuch in der Schweiz eine Lanze für den freien Handel gebrochen. Es sei wichtig, sich gegen zunehmende wirtschaftliche Abschottungstendenzen zu stemmen, sagte Xi am Montag bei einem Gespräch mit Wirtschaftsvertretern in Bern. Er nannte die USA und den künftigen Präsidenten Donald Trump, der eine „Amerika zuerst“-Politik propagiert und Handelspakte aufkündigen will, nicht beim Namen.

Xi unterzeichnete in Bern zehn Abkommen und Vereinbarungen, unter anderem zur Zusammenarbeit im Energiesektor und zum Kulturaustausch. Auch zum Thema Menschenrechte gebe es einen Dialog, sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard. Die Schweiz ist neben Island das einzige Land in Europa, das seit 2014 ein Freihandelsabkommen mit China hat. China brauche Innovation, sagte Xi, die Wirtschaft müsse nachhaltiger und grüner werden. Nachholbedarf bestehe auch bei Infrastruktur und Finanzdienstleistungen.

Gast und Gastgeber überhäuften sich gegenseitig mit Komplimenten - im Kontrast zu dem desaströsen Staatsbesuch des damaligen chinesischen Staatsoberhaupts Jiang Zemin 1999. Damals brüskierten Tibeter und Sympathisanten den chinesischen Präsidenten, als sie mit Trillerpfeifen den Empfang in Bern störten und Transparente mit Aufschriften wie „Tibet! Dialog!“ entrollten. Jiang Zemin ließ die geplante Begrüßungszeremonie platzen und fragte die Bundespräsidentin Ruth Dreyfuss später: „Sind Sie nicht in der Lage, dieses Land zu regieren? Sie haben einen guten Freund verloren.“

Xi reist am Dienstag nach Davos weiter. Er ist dort Eröffnungsredner beim Weltwirtschaftsforum. Dort diskutieren in den kommenden Tagen 3000 Spitzenpolitiker, Top-Manager, Wissenschaftler und Chefs von Nichtregierungsorganisationen über Antworten auf aktuelle Probleme.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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