Chip-Hersteller in Not
Verheugen schreibt Qimonda ab

Der insolvente deutsche Chip-Herstellers Qimonda kann nicht mit europäischer Hilfe rechnen. Industriekommissar Günter Verheugen sieht keine Möglichkeit, das Unternehmen mit Geldern der Europäischen Union zu helfen. Generell gelte, dass gemeinschaftliche Fördermittel nicht für eine Firmenrettung eingesetzt werden dürften.

HB DRESDEN. Nach der Pleite des deutschen Chip-Herstellers Qimonda sieht EU-Industriekommissar Günter Verheugen keine Möglichkeit, das Unternehmen mit Hilfe der Europäischen Union zu retten. „Niemand kann ein Unternehmen retten, das sein Eigentümer nicht retten will“, sagte der SPD-Politiker der „Sächsischen Zeitung“ zufolge. Wenn ein Unternehmen nicht mehr an einen Standort glaube, seien in einer Marktwirtschaft die Würfel gefallen.

Verheugen fügte hinzu, generell gelte, dass gemeinschaftliche Fördermittel nicht für eine Firmenrettung eingesetzt werden dürften. Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) hatte am Vortag angesichts der Qimonda-Insolvenz Hilfen aus Brüssel für die europäische Chipindustrie gefordert. Es bestehe die Gefahr, dass sonst nur asiatische Standorte gestärkt aus der Krise hervorgingen. Am heutigen Nachmittag wollen in Dresden Mitarbeiter von Qimonda für die Rettung des Chipherstellers und die Sicherung des Mikroelektronik-Standortes Dresden demonstrieren.

Zu der Aktion haben IG Metall und Betriebsrat aufgerufen. Der Dresdner IG Metall-Chef Willi Eisele erklärte, „es geht nicht nur um Qimonda, sondern um den Erhalt einer selbständigen europäischen Halbleiterindustrie.“ Außer dem Mutterkonzern Infineon und dem Insolvenzverwalter seien auch der Bund und die EU sowie die Länder Sachsen und Bayern in der Verantwortung. Die Region Dresden gilt als bedeutendster europäischer Halbleiterstandort.

Qimonda hatte vor anderthalb Wochen Insolvenz angemeldet. Allein in Dresden stehen 3 000 Mitarbeiter vor einer ungewissen Zukunft. Der Insolvenzverwalter hatte deutlich gemacht, dass bis Ende März ein Investor gefunden sein muss. Ansonsten droht endgültig das Aus.

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