Chirac-Prozess
Gericht verzichtet auf Aussage von Juppé

Das Pariser Gericht verzichtet im Prozess gegen den ehemaligen Staatschef Jacques Chirac auf eine Aussage von Außenminister Alain Juppé - denn der begleitete Präsident Nicolas Sarkozy nach Libyen.
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ParisDie Zeugenaussage des französischen Außenministers Alain Juppé im Prozess gegen den ehemaligen Staatschef Jacques Chirac ist geplatzt. Nachdem Juppé Präsident Nicolas Sarkozy am Donnerstag nach Libyen begleitete, verzichtete das Pariser Gericht nach eigenen Angaben darauf, den 66-Jährigen überhaupt als Zeugen zu vernehmen. In dem Prozess geht es um Scheinarbeitsstellen Anfang der 90er Jahre im Pariser Rathaus Damals war Chirac Bürgermeister der Hauptstadt und Juppé sein Stellvertreter. Wegen sieben Scheinstellen von Mitarbeitern der früheren Chirac-Partei RPR, die vom Rathaus bezahlt wurden, wurde Juppé 2004 zu 14 Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Urteil machte seiner politischen Karriere erst einmal ein Ende, Juppé ging ein Jahr nach Kanada. Chirac war bis 2007 durch sein Präsidentenamt geschützt, so dass der Prozess gegen ihn und neun weitere Angeklagte erst danach in Gang kam.

Inzwischen ist der 78-Jährige Ex-Präsident nach Ansicht des Gerichts zu krank, um selbst auszusagen. Der Auftritt Juppés wurde deshalb mit Spannung erwartet. Die Anti-Korruptionsvereinigung Anticor hatte die Zeugenaussage des Außenministers durchgesetzt, der eigentlich am Donnerstagnachmittag erscheinen sollte.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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