Chodorkowski und Pussy Riot kommen frei
Putins Tag der Gnade

Russlands Präsident lässt Gnade walten: Erst wurde bekannt, dass die inhaftierte Band „Pussy Riot“ und Greenpeace-Aktivisten freikommen. Jetzt soll auch noch Kreml-Kritiker und Unternehmer Chodorkowski begnadigt werden.
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MoskauKremlchef Wladimir Putin hat eine Begnadigung seines seit zehn Jahren inhaftierten Gegners Michail Chodorkowski (50) angekündigt. Der frühere Milliardär habe ein Gnadengesuch gestellt, das er unterschreiben werde, sagte Putin am Donnerstag in Moskau vor Journalisten.

Putin äußerte sich nach seiner großen Pressekonferenz. „Er hat mehr als zehn Jahre in Haft verbracht. Das ist eine ordentliche Zeit“, sagte Putin vor Kameras des Staatsfernsehens. Er werde deshalb das Gnadengesuch in Kürze unterschreiben.

Putin erinnerte daran, dass der einst reichste Mann Russlands stets auf ein solche Bitte verzichtet habe. Vor kurzem allerdings sei das Schreiben Chodorkowskis eingegangen.

Chodorkowski will nach dem vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angekündigten Gnadenerlass seine Anwälte treffen. Chodorkowskis Pressestelle ließ am Donnerstag Aussagen zurückziehen, nach denen die Rechtsberater des Putin-Gegners nichts von einem Gnadengesuch ihres Mandanten gewusst hätten. Geplant sei nun ein Treffen mit dem früheren Öl-Milliardär in seinem Straflager nahe der russischen Grenze zu Finnland.

2010 sagte Chodorkowski im Interview mit dem Handelsblatt, dass er sich nach einer möglichen Freilassung vor allem mit seiner Familie beschäftigen wolle. „Meine Kinder sind ohne mich groß geworden, ich habe nicht einmal meine neugeborene Enkelin gesehen“, so Chodorkowski. „Was meine berufliche Tätigkeit angeht, so würden mich alternative Energie und moderne Bildung interessieren. Im Leben werde ich mich nicht mehr im Ölgeschäft engagieren.“

Die deutsche Wirtschaft begrüßte die Aussicht auf Freilassung des Kreml-Kritikers Michail Chodorkowski und anderen in Russland. „Der Fall Chodorkowski hat im vergangenen Jahrzehnt unzweifelhaft das Geschäftsklima in Russland belastet. Die Freilassung ist ein wichtiger Schritt, um das internationale Vertrauen in den Standort Russland zu verbessern“, sagte Eckhard Cordes, der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, dem Handelsblatt (Freitagausgabe).

Cordes verband mit der Ankündigung die Hoffnung, dass die Begnadigungen „neben Chodorkowski auch für möglichst viele mittelständische Unternehmer gelten, die in den vergangenen Jahren mit der russischen Bürokratie in Konflikt geraten sind“. Die Wirtschaft interpretiere die Ankündigung des russischen Präsidenten auch als ein Gesprächsangebot, das genutzt werden sollte, sagte Cordes. Die neue Bundesregierung könne einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, den Dialog zwischen der EU und Moskau wieder in Gang zu bringen.

Der prominenteste Gefangene Russlands war 2003 festgenommen worden, nachdem er Putin öffentlich kritisiert hatte. Nach zwei international umstrittenen Urteilen unter anderem wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung sollte Chodorkowski im August 2014 aus der Haft kommen.

Er sehe keine Perspektive für einen dritten Prozess gegen Chodorkowski, so Putin. „Ich verstehe insgesamt nicht so richtig, wo da noch ein Fall sein soll. Ich habe gehört, dass darüber gesprochen wird. Aber bis jetzt sehe ich keine Bedrohung hier für jemanden“, sagte Putin. Er reagierte damit auf neue Ermittlungen von Behörden. Die Bundesregierung, die USA und die Europäische Union fordern seit Jahren die Freilassung des Kremlgegners.

Der Chef des inzwischen zerschlagenen Ölkonzerns Yukos hatte stets befürchtet, dass der Kreml alles tun könnte, um ihn politisch weiter kaltzustellen.

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  • Ich würde mich ja über ihr Sinnfreis geschreibsel aufregen aber wer noch nicht mal weiß was der Begriff Bolschewiken überhaupt bedeutet ist einfach unter meiner Würde. Und wenn ich ein Systemschreiberling wäre würde ich hier die USA und die EU glorifizieren auch konnte ich noch keinen Geld eingang von Herrn Putin auf meinem Konto verbuchen. Ich habe nie gesagt das ich mit allen Taten eines Herrn Putin konform gehe, aber das er über intelligenter und strategisch denkender Politiker ist können auch Sie mit Ihren Hasstiraden nicht ändern.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @Harlemjump

    Nur weil Sie das Wort "Regime" irgendwo anhängen, bedeutet gar nicht das Sie es dürfen. Ganz im Gegenteil haben Sie das Wort überhaupt nicht verstanden!

    Putin ist demokratisch gewählt worden, genau wie Angela Merkel. Und die liebe Frau Merkel darf auch zum dritten mal regieren und wurde mit großer Mehrheit gewählt. Das Merkel-Regime finden Sie auch undemokratisch? Oder das Erdogan-Regime in der Türkei? Ist Kaiser Erdogan demokratisch?

    Geben Sie es zu. Unsere Politik und Medien kümmert die Regierungsform einen SCH**-DRECK. Unsere Politik und Medien kümmert es einen SCH**-DRECK, wie es den Menschen geht, oder was sie wollen. Sie gehen mit jedem ins Bett, der ihnen Geld gibt und zeigen jedem die Keule, der ihnen nichts gibt. Das Katar-Regime und die WM?

    Und allein die Regierungsform "Demokratie" zu vergöttern ist so dämmlich, wie es nur sein kann. Nur weil die Mehrheit etwas glaubt, bedeutet schon gar nicht, dass sie es dürfen oder richtig liegen. Alle haben geglaubt die Erde wäre eine Scheibe und jeden beschimpft, der das anders sah. Jetzt scheinen alle auf den anit-Putin-trip zu sein und doch er ist der einzige mit gesundem Menschenverstand, der u.a. Snowden vor Guantanamo gerettet hat. Der Welt ist nicht mehr zu helfen.

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