Cholera-Epidemie
Simbabwe: Großbritannien plant Invasion

Die simbabwische Regierung hat die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien beschuldigt, die Cholera-Epidemie in dem afrikanischen Land als Vorwand für die Anstiftung einer Invasion des Westens zu missbrauchen. Premierminister Gordon Brown habe Pläne, die Regierung in Harare mit militärischen Mitteln zu stürzen, sagte ein Sprecher von Präsident Robert Mugabe.

HB HARARE. "Ich weiß nicht, worüber dieser verrückte Premierminister (Brown) redet. Er bittet um eine Invasion in Simbabwe, aber er wird damit scheitern", sagte Mugabe-Sprecher George Charamba der staatlichen Zeitung "Sunday Mail".

Brown hatte Mugabes Regierung als "blutbeflecktes Regime" bezeichnet und ihr vorgeworfen, für die Cholera-Epidemie verantwortlich zu sein, bei der nach UN-Angaben bisher fast 600 Menschen starben. Die Welt müsse Mugabe sagen: "Genug ist genug", erklärte Brown. Auch Kenias Regierungschef Raila Odinga forderte den simbabwischen Präsidenten erneut zum Rücktritt auf und verlangte von der Afrikanischen Union ein Krisentreffen, um in einer Resolution die Entsendung von Truppen zu beschließen. "Wir dürfen die sterbenden Menschen in Simbabwe in der Stunde ihrer größten Not nicht im Stich lassen. Wir müssen ihnen helfen, diese abscheuliche Diktatur zu beenden, wir müssen sie bitten, nicht zu verzweifeln."

Am Freitag hatte US-Außenministerin Condoleezza Rice die Weltgemeinschaft zum Handeln aufgerufen, um Mugabe zu entmachten. Sein Abgang sei längst überfällig, erklärte sie. Simbabwe, in dem Mugabe seit 1980 mit eiserner Hand regiert, hat wegen der Cholera-Epidemie den Notstand ausgerufen. Inzwischen sind 12 700 Menschen erkrankt. Die Regierung in Harare beschuldigt Großbritannien und andere westliche Länder immer wieder, mit den Sanktionen gegen Simbabwe den wirtschaftlichen Niedergang des einst relativ wohlhabenden Landes herbeigeführt zu haben. Kritiker hingegen sehen die Verantwortung dafür bei Mugabe.

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