Chrétien schied auf eigenen Wunsch aus
Kanadas neuer Premier vereidigt

Kanadas neuer Premierminister ist ein Wirtschaftsexperte. Heute wurde Paul Martin vereidigt. Der Ex-Finanzminister will die Regierungspolitik an der Spitze eines weitgehend umgebildeten Kabinetts neu ausrichten.

HB OTTAWA. Dazu gehört Martins Angaben zufolge die deutliche Verbesserung der unter anderem wegen des Irak-Krieges angeschlagenen Beziehungen Kanadas zum Nachbarland USA.

Der 65-Jährige löste seinen innerparteilichen Rivalen Jean Chrétien ab, der Kanada mehr als ein Jahrzehnt regierte und mit fast 70 Jahren auf eigenen Wunsch aus der Politik ausschied. Zuvor hatte Martin, der als Besitzer einer Schifffahrtslinie zum Multimillionär wurde, von Chrétien das Amt des Vorsitzenden der regierenden Liberalen Partei übernommen. Sie hat im Parlament die absolute Mehrheit und stellt dadurch automatisch den Premierminister.

Martin will sich und seine neue Regierungsmannschaft allerdings durch Wahlen bestätigen lassen, die im April stattfinden sollen. In sein Kabinett nahm er vor allem Mitglieder des eher rechts orientierten Flügels der Liberalen auf, die ihn im jahrelangen innerparteilichen Machtkampf gegen Chrétien unterstützt hatten. Zwei seiner engsten Verbündeten, Anne McLellan und Ralph Goodale, machte er zur Vizepremierministerin sowie zum Finanzminister. Außenminister blieb Bill Graham.

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