Christen-Prozess
Afghanen protestieren gegen Freilassung Rahmans

In Afghanistan haben hunderte Menschen gegen die Entscheidung der Justiz protestiert, den zum Christentum übergetretenen Abdul Rahman freizulassen. Auf einer Kundgebung in Masar-e-Scharif forderten rund 700 Demonstranten den Tod Rahmans.

HB KABUL. Sie riefen „Tod Bush“ und andere antiwestliche Parolen. Auch islamische Geisliche beteiligten sich. Sicherheitskräfte griffen zunächst nicht ein.

Ein Gericht hatte nach Justizangaben vom Sonntag angeordnet, den 41 Jahre alten Rahman wegen mangelnder Beweise bald freizulassen. Grund seien fehlende Informationen und zu viele offene rechtliche Fragen. Die Staatsanwaltschaft kann aber trotz vorläufiger Einstellung des Verfahrens weiter ermitteln.

Rahman droht bei einer Verurteilung wegen Abtrünnigkeit vom Islam die Todesstrafe. Er war am Freitag nach Todesdrohungen von Mithäftlingen aus einem überfüllten Untersuchungsgefängnis in eine Hochsicherheitsanlage bei Kabul verlegt worden.

Rahman, der viele Jahre in Deutschland lebte, war vor 16 Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten. Das kann nach dem in Afghanistan gültigen islamischen Recht mit dem Tode bestraft werden. Der Fall stieß international auf scharfe Kritik, westliche Regierungen setzten sich beim afghanischen Präsidenten Hamid Karsai für Rahman ein.

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