Christiansen-Interview
Bush lobt Merkels männliche Qualitäten

Zwei Interviews hat US-Präsident Bush deutschen Medien gewährt; ein Gefallen für Angela Merkel, die Bush dringender braucht denn je. So sparte er in der Fernsehsendung „Sabine Christiansen“ auch nicht mit Lob an der Kanzlerin. Was er sagte, dürfte jedoch bei mancher Frau Stirnrunzeln verursachen.

HB BERLIN. "Wenn ich mit Angela spreche, habe ich nicht das Gefühl jetzt mit einer Frau zu sprechen. Das ist keine Kategorie", erklärte George W. Bush seine Begeisterung für die Bundeskanzlerin. "Nein, da sitzt ein starker Charakter, ein zuverlässiger Mensch vor mir, der klar denken kann und mit mir gemeinsam Strategien entwickeln kann."

"Eine sehr starke Frau" sei diese Kanzlerin, sagt Bush weiter. Sie sei der Überzeugung, dass man die Dinge packen und Probleme lösen könne. „Es macht richtig Spaß, mit ihr zu tun zu haben. Sie gibt einem sofort das Gefühl, dass sie authentisch ist, offen und direkt. Wenn sie etwas sagt, spürt man, dass sie das auch so meint. Sie ist so, wie sie ist. Sie macht einem nichts vor.“

Lobend äußerte sich Bush zudem über den Einsatz Deutschlands im Kampf gegen den Terror. Nach Jahren der Kritik zeigte er Verständnis für die Ablehnung des Irak-Kriegs. In dem ARD-Gespräch sagte der US-Präsident: „Es gab diesen Dissens. Aber die Beziehungen zu Deutschland waren für uns immer wichtig und gut.“

Ausdrücklich übernahm Bush dann in der „Bild“-Zeitung den von seinem Vater für die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland geprägten Begriff „Partner in Leadership“ (Führungspartner). Auf die Frage, ob diese Bezeichnung noch heute zutreffe, sagte er: „Absolut, absolut! Das sehen wir doch in der Iran-Frage.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel sei bisher stark gewesen. „Es ist sehr wichtig, dass die Iraner wissen, dass Deutschland mit anderen zusammenarbeitet, um eine klare Botschaft nach Teheran zu senden. Sie lautet: Das Streben nach einem Nuklearprogramm, nach Atomwaffen wird sie in der Welt isolieren.“

Wie Merkels jüngster Besuch in Washington bereits zeigte: Die Kanzlerin scheint einen guten Draht zum US-Präsidenten gefunden zu haben. Die Zahl der Treffen mit dem US-Präsidenten nimmt jedenfalls rapide zu. Als nächstes besucht er sie am 14. Juli in ihrem Wahlkreis in Ostdeutschland - um "Menschen wie sie" zu sehen.

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