Christie trumpt auf
„US-Besucher wie FedEx-Pakete verfolgen“

In der Kandidatur um den US-Präsidentschaftskandidaten der Republikaner fiel vor allem Milliardär Donald Trump auf. Jetzt zieht Chris Christie nach: Er will alle Besucher der Staaten wie Pakete überwachen lassen.
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New YorkKann man Trump noch übertrumpen? Man kann! Der republikanische Präsidentschaftskandidat Chris Christie, derzeit Gouverneur von New Jersey, fordert ein lückenloses Überwachungssystem für legale Einwanderer nach dem Vorbild von Paketdiensten. Reisen ein Tourist oder ein Geschäftsmann jetzt in die USA ein, werden ein Foto gemacht und Fingerabdrücke genommen. Danach bewegen sich diese Menschen frei wie jeder andere.

Nicht mehr lange, wenn es nach Christie geht. So wie man bei einem FedEx-Paket dank eines Barcodes immer genau wisse, wo es gerade sei, könnte man bei legalen Ausländern immer genau wissen wo sie sich aufhalten. Rund 40 Prozent der elf Millionen illegalen Einwanderer erreichten nach Schätzungen die USA legal und blieben dann einfach, nachdem ihr Visum abgelaufen war. Diesen Leuten, so Christie in New Hampshire launig, "wollen auf die Schulter klopfen und ihnen sagen 'Danke, dass ihr gekommen seid. Und jetzt ist es Zeit zu gehen'". Die USA brauche ein System, dass Ausländer "vom ersten Moment an verfolgt."

Christie ist einer der konservativen Kandidaten, die durch den plötzlichen Aufstieg des Milliardärs Donald Trump in Probleme geraten ist. Trump stieg nach Vorlage eines harschen Immigrations-Programms fast zehn Punkte in den Umfragen und führt unter den republikanischen Kandidaten mit weitem Abstand vor Jeb Bush. Christie hat es gerade erst wieder mit Mühe in die Gruppe der ersten zehn geschafft, was ihm einen Platz in der nächsten TV-Diskussion am 16. September sichern würde.

Die Umsetzung der Kennzeichnungsplane überträgt Christie einem Profi. Er will den Gründer von FedEx holen: "Ich werde Fred Smith drei Monate in das Amt für Einwanderung holen, und er wird denen dann erklären, wie man das macht."
Kritiker wie der demokratische Präsidentschaftskandidat Martin O'Malley sprachen am Wochenende vom "einem neuen Level der Entmenschlichung". Andere zweifeln schlicht die Umsetzbarkeit der Idee an, wieder andere verwiesen in Kommentaren sarkastisch auf die deutsche Nazizeit, als zum bislang letzten Mal Menschen Kontrollnummern eintätowiert wurden. FedEx-Pakete werden mit Hilfe eines aufgedruckten Barcodes vom Sender bis zum Empfänger nachverfolgt.

Wie dem auch sei: Christie hat die Publizität die er braucht, und FedEx hat eine gute Werbung als zuverlässiges Paketunternehmen. Ein Erfolg für die Sprecherin von Christies Wahlkampfteam. Laut der Webseite nj.com aus New Jersey ist es Samantha Smith. Sie ist die Tochter von FedEx-Gründer Fred Smith.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Christie trumpt auf: „US-Besucher wie FedEx-Pakete verfolgen“"

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  • wenn diesen Trotteln sonst nichts einfällt schlag ich vor:
    Diät machen, einpacken, viel Paketband rum und in irgendeiner Ecke vor sich hinrotten lassen...wie ein FedEx-Paket beim Streik....

  • Dieser hirnrissige Christie ähnelt doch sehr unserem Dick&Doof von der SPD.

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