Chronologie
Die Freunde Attas und die Justiz

Mounir El Motassadeq war im August 2005 zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA war der damals 28-Jährige ins Visier der Ermittler geraten, weil er mit den Todespiloten um Mohammed Atta befreundet war. Auch Motassadeqs Freund Abdelghani Mzoudi wurde angeklagt, ein Helfer der Attentäter gewesen zu sein. Er ist ebenfalls frei. Die Verfahren in einer Chronologie:

27. November 2001: Gegen Motassadeq wird Haftbefehl erlassen.

28. August 2002: Generalbundesanwalt Kay Nehm erhebt vor dem Hamburger Oberlandesgericht (OLG) Anklage gegen den Marokkaner.

22. Oktober 2002: Der Prozess gegen Motassadeq beginnt in Hamburg. Es ist das weltweit erste Verfahren um die Terroranschläge.

14. August 2003: Der Prozess gegen Motassadeqs Freund Mzoudi beginnt vor dem OLG.

19. Februar 2003: Motassadeq wird zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er legt Revision ein.

5. Februar 2004: Das OLG spricht Mzoudi vom Vorwurf der Terror- Beihilfe frei.

4. März 2004: Der Bundesgerichtshof (BGH) hebt in einem Revisionsverfahren das Urteil gegen Motassadeq wegen Mängeln in der Beweisführung auf und verweist das Verfahren zurück nach Hamburg.

10. August 2004: Vor dem OLG beginnt die Neuauflage des Prozesses gegen Motassadeq.

9. Juni 2005: Der BGH bestätigt den Freispruch für Mzoudi. Das Urteil des Hamburger Gerichts ist damit rechtskräftig.

21. Juni 2005: Mzoudi kommt seiner Abschiebung zuvor und fliegt freiwillig von Hannover aus in das marokkanische Agadir.

9. August 2005: Im Prozess gegen Motassadeq fordert Bundesanwalt Walter Hemberger erneut die Höchststrafe von 15 Jahren. Die Verteidigung plädiert wenige Tage später auf Freispruch.

19. August 2005: Das OLG verurteilt den 31-jährigen Motassadeq zu sieben Jahren Haft wegen Mitgliedschaft in der Terrorgruppe, die die Anschläge vom 11. September 2001 geplant und begangen hat. Dagegen legen Verteidigung und Anklage Revision ein.

1. Februar 2006: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gibt einer Verfassungsbeschwerde Motassadeqs gegen die Untersuchungshaft statt. Das OLG muss erneut über eine Haftverschonung entscheiden.

7. Februar 2006: Motassadeq wird aus dem Hamburger Untersuchungsgefängnis entlassen.

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