CIA bestätigt Transit der Todespiloten – Washington scheut eine direkte Anschuldigung Teherans
Iran rückt ins Visier der Terror-Ermittler

Der amtierende Chef des US-Geheimdienstes CIA hat bestätigt, dass acht der elf Todespiloten vom 11. September 2001 durch den Iran gereist sind. Dies sei jedoch „keine Überraschung“, sagte John McLaughlin dem US-Fernsehsender Fox News. Bisher gebe es keine Beweise für eine offizielle Verbindung zwischen der iranischen Regierung und den Anschlägen des 11. September, sagte der Geheimdienstchef.

mzi HB BERLIN. Das amerikanische Magazin „Newsweek“ hatte über die Unterstützung der Terroristen durch den Iran berichtet. Außerdem schreibt „Newsweek“, dass Teheran nach dem Anschlag auf das US-Schiff „USS Cole“ im Oktober 2000 der Terrororganisation El Kaida die Zusammenarbeit angeboten haben soll. Osama bin Laden habe dies jedoch abgelehnt. Allerdings sollen iranische Grenzkontrolleure Anweisung erhalten haben, El-Kaida-Mitglieder unbehelligt zu lassen. Die Informationen sollen Bestandteil des Berichts der US-Kommission zur Untersuchung der Anschläge vom 11. September sein, der am Donnerstag in Washington vorgelegt wird.

Zwar werden die Vorwürfe von der iranischen Regierung zurückgewiesen. Doch schließen Iran-Experten nicht aus, dass bestimmte fundamentalistische Bewegungen im Land durchaus ein Interesse an einem Erfolg von El Kaida haben. „Manche Gruppierungen wollen auf Grund ihrer ideologischen Feindschaft zu den USA keine Annäherung Teherans mit Washington“, sagt ein Iran-Spezialist, der ungenannt bleiben möchte. „Ansonsten schwimmen denen innenpolitisch die Felle davon.“

Ins Blickfeld rücken dabei vor allem die iranischen Geheimdienste. Der Berliner Iran-Spezialist Bahman Nirumand sagt: „Es gab Versuche des Parlaments, die Geheimdienste stärker zu kontrollieren, doch der Wächterrat hat diese Bestrebungen blockiert.“ Rund ein Dutzend voneinander weitgehend unabhängiger Geheimdienste operiert im Iran. So unterhalten etwa die Justiz, das Militär, der Präsident und die Pasdaran – die revolutionären Garden – eigene Dienste. Selbst der Revolutionsführer Ayatollah Ali Chamenei ist nach Meinung von Fachleuten von Geheimdiensten „eingerahmt“. Das eigentliche Geheimdienstministerium, das die Dienste kontrollieren soll, gilt als weitgehend machtlos.

Gleichwohl gibt es immer wieder Berichte über Geheimkontakte zwischen den USA und Iran. So meldete die saudi-arabische Zeitung „Al Watan“, dass erst kürzlich ein von Ägypten vermittelter geplanter Austausch von Gefangenen im letzten Moment gescheitert ist. El- Kaida-Mitglieder, die sich in iranischem Gewahrsam befinden, sollten in Kairo gegen Mitglieder der Volksmudschaheddin ausgetauscht werden. „Die Geheimkontakte laufen die ganze Zeit, über die Schweizer Botschaft in Teheran oder über die Büros des iranischen Ex-Außenministers Ali Velayati in Dubai und des einstigen Pentagon-Günstlings Ahmad Tschalabi in Teheran“, sagt ein Insider.

Im vergangenen Jahr hatte Teheran gegenüber der Uno angegeben, 147 El-Kaida-Mitglieder in Haft zu halten und 250 ausgewiesen zu haben. „Die Gefangenen sind natürlich auch ein Faustpfand“, sagt ein Iran- Experte. Die linksgerichteten Volksmudschaheddin haben von ihrer Basis im Irak aus mehrfach versucht, das iranische Mullah-Regime zu stürzen. Nach dem amerikanischen Einmarsch im Irak gerieten mehrere von ihnen in amerikanische Hände. Doch die USA werden sie nur gehen lassen, wenn sie im Gegenzug wichtige El-Kaida-Mitglieder bekommen. Denn die Volksmudschaheddin gelten als wertvolle Informanten über Irans Atomprogramm.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%