CIA-Direktor warnt Trump: Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran wäre „größte Dummheit“

CIA-Direktor warnt Trump
Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran wäre „größte Dummheit“

Im Wahlkampf hat Trump das Atomabkommen mit dem Iran scharf kritisiert und Neuverhandlungen angekündigt. Der CIA-Direktor Brennan hat nun den zukünftigen US-Präsidenten vor den schweren Folgen einer Kündigung gewarnt.

LondonDer scheidende CIA-Direktor John Brennan hat den künftigen US-Präsidenten Donald Trump vor einer Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran gewarnt. „Das könnte zu einem Waffenprogramm innerhalb des Iran führen, und das könnte dazu führen, dass andere Staaten in der Region mit ihren eigenen Programmen anfangen“, sagte der Geheimdienstchef in einem am Mittwoch veröffentlichten BBC-Interview. „Es wäre also die größte Dummheit, wenn die nächste Regierung dieses Abkommen zerreißen würde.“

Trump hat das Abkommen im Wahlkampf als „einen der schlechtesten Deals, der jemals gemacht wurde“ kritisiert. Er kündigte an, den Vertrag neu verhandeln zu wollen. Die Vereinbarung, mit der der jahrelange Streit über das iranische Atomprogramm beigelegt wurde, trat Anfang des Jahres in Kraft. Die USA und Europa hoben daraufhin viele Sanktionen gegen die Islamische Republik auf. Sie hatten die Strafmaßnahmen verhängt, weil sie den Iran verdächtigten, heimlich an Kernwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran hatte dies stets zurückgewiesen. Zahlreiche westliche Unternehmen hoffen auf eine Wiederbelebung des Handels mit dem Iran im Zuge des Sanktionsendes.

Brennan riet Trump auch zur Vorsicht beim Umgang mit Russland bei Syrien. Bei den russischen Versprechen sei seiner Auffassung nicht das rausgekommen, was in Aussicht gestellt worden sei, sagte der CIA-Direktor.

Russland ist der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Die USA unterstützen dagegen Rebellen, die den Machthaber stürzen wollen. Wegen der unterschiedlichen Positionen im Syrien-Konflikt, aber auch in der Ukraine, sind die Beziehungen zwischen USA und Russland dramatisch abgekühlt. Trump hatte sich im Wahlkampf dennoch positiv unter anderem über Präsident Wladimir Putin geäußert. Medienberichten zufolge gab es im Zusammenhang mit Syrien bereits Kontakte zwischen Russland und Trumps Mitarbeitern. Trump tritt am 20. Januar die Nachfolge von Barack Obama an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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