CIA spricht von glaubwürdiger Aufnahme
Bin-Laden attackiert per Tonband Saudi-Arabiens Herrscher

Auf einer Islamistenseite im Internet ist ein angebliches Tonband von El-Kaida-Anführer Osama bin Laden aufgetaucht, auf dem er die Herrscher Saudi-Arabiens so heftig attackiert wie nie zuvor.

HB KAIRO/RIAD. Auf dem mehr als einstündigen Band, das am Donnerstag auf einer Islamistenseite im Internet auftauchte, wird die Familie von König Fahd beschuldigt, sich mit den USA gegen die Muslime verbündet zu haben.

Der Sprecher wirft der Herrscherfamilie zudem vor, sie sei „wegen ihres Ungehorsams gegenüber Gott und der von ihr begangenen schweren Sünden“ selbst für die Instabilität im Lande verantwortlich. Nach Einschätzung des US-Geheimdienstes CIA ist das Tonband vermutlich echt. „Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit“ um die Stimme Bin Ladens“, sagte ein CIA-Beamter in Washington.

Das Tonband, zu dem es im Internet kein Live-Bild des im Untergrund lebenden Terroristenanführer gibt, kann erst vor einigen Tagen aufgenommen worden sein. Denn die angebliche Bin-Laden-Stimme lobt darauf die Terrorattacke auf das US-Konsulat in der saudi- arabischen Hafenstadt Dschidda am 6. Dezember. Die Anwesenheit von Amerikanern im Land der heiligen Stätten von Mekka und Medina widerspreche dem islamischen Gesetz, heißt es zu der Attacke.

Es sei nicht das Ziel von El Kaida, die Herrschaft in Saudi- Arabien zu übernehmen. Vielmehr müssten sich die Herrscher der Öl- Monarchie ändern und „dem Volk zurückgeben, was sie von ihm gestohlen haben“. Andernfalls könnten auch die Sicherheitskräfte einen Aufstand gegen das Königshaus nicht verhindern, sagt die Stimme auf dem Band.

In mehreren Städten Saudi-Arabiens gab es am Donnerstag Demonstrationen für einen Regimewechsel in dem Königreich. In der Hafenstadt Dschidda wurden nach Augenzeugenberichten mehrere Menschen verletzt, als Sicherheitskräfte auf Demonstranten schossen. In der Hauptstadt Riad nahm die Polizei Dutzende von Demonstranten fest, die ebenfalls dem Aufruf des in London lebenden Oppositionellen Saad al- Fikki gefolgt waren.

Saudi-Arabien ist eine absolute Monarchie. Demonstrationen sind in dem Königreich verboten. Bereits im Oktober 2003 waren Hunderte von Menschen einem ähnlichen Aufruf Al-Fikkis gefolgt. 154 Demonstranten waren damals festgenommen worden.

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