Citigroup
Robert Rubin: Der demontierte Polit-Star

Als Finanzminister unter Präsident Clinton gefeiert, gerät Robert Rubin nun wegen seiner Rolle beim Citigroup-Debakel massiv in die Kritik: Rubin wird beschuldigt mit Deregulierung und übergroßem Risikoappetit den Grundstein für die aktuelle Krise gelegt zu haben.

NEW YORK. Einst galt er dem Time-Magazin als "Retter der Welt". Jetzt wird er beschuldigt, mit Deregulierung und übergroßem Risikoappetit den Grundstein für die aktuelle Krise der Finanzbranche und das Debakel beim US-Bankenriesen Citigroup gelegt zu haben. Robert "Bob" Rubin, Ex-Spitzenmanager bei Goldman Sachs, Ex-Finanzminister und mächtiges Aufsichtsratsmitglied der Citigroup kämpft um seinen Ruf. "Niemand war auf so etwas vorbereitet", verteidigte er sich in einem Interview im Wall Street Journal (WSJ). Ähnlich wie bei Ex-Notenbank-Chef Alan Greenspan sei auch er von der aktuellen Krise zu Unrecht beschädigt worden.

In der Tat gibt es Parallelen zwischen Greenspan und Rubin. Noch 1999 feierte das Time-Magazin beide für ihren Einsatz bei der Bewältigung der Asien- und Russlandkrise. Zusammen mit Lawrence Summer, Rubins Nachfolger als Finanzminister, kürte die Zeitschrift die drei auf ihrer Titelseite zum "Komitee, das die Welt rettete". Heute werden Greenspan und Rubin dafür gescholten, dass sie es ablehnen, die Derivatemärkte zu regulieren. Damit, so Kritiker, hätten sie die Grundlagen für die aktuelle Krise gelegt.

In Rubins Fall kommt die Krise der Citigroup hinzu, deren Berater und Aufsichtsratsmitglied er seit 1999 ist. Die Bank machte in diesem Jahr wegen Abschreibungen auf riskante Kreditportfolios bislang 20 Mrd. Dollar Verlust und musste mit mehr als 45 Mrd. Dollar aus Steuergeldern gestützt werden. Er habe ab 2004 federführend mit dafür gesorgt, dass das Institut größere Derivaterisiken eingehe, wurden namentlich nicht genannte Ex-Mitarbeiter und Analysten unter anderem in der "New York Times" immer wieder zitiert. In einem ungewöhnlichen Schritt trat Citi-Vize-Chairman Lewis Kaden in einem offenen Brief der Darstellung entgegen, Rubin sei "Architekt" der Strategie, die der Bank die Probleme eingebracht habe. Rubin habe als Berater keine operative Aufgabe gehabt, so Kaden.

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