Clean Power Plan
Obama definiert Klimawandel als größte Gefahr der Welt

Die US-Republikaner haben bereits klargestellt, was sie von den Klimaschutz-Maßnahmen des US-Präsidenten halten – nichts. Nun stellt Barack Obama seine Pläne vor. Die Kohleindustrie schäumt.
  • 5

WashingtonDer Klimawandel stellt nach Ansicht von US-Präsident Barack Obama die größte Bedrohung für die Menschheit dar. Die Welt werde wahrscheinlich nicht in der Lage sein, die Erderwärmung rückgängig zu machen, wenn nicht drastische Maßnahmen ergriffen würden, sagte Obama am Montag.

"Keine Herausforderung stellt eine größere Bedrohung für unsere Zukunft und künftige Generationen dar als der Klimawandel", sagte Obama. Seine Regierung wolle den weltweiten Kampf gegen die Erderwärmung anführen, bevor es "zu spät" sei. Der Plan für saubere Energie sei "der bedeutendste Schritt", den die Vereinigten Staaten jemals für den Klimaschutz unternommen hätten. "Wir haben nur einen Planeten. Es gibt keinen Plan B."

Der US-Präsident stellte im Weißen Haus die endgültige Fassung seines Plans zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen von Kraftwerken vor. Bedenken, sein Plan werde Arbeitsplätze vernichten, die Energiekosten in die Höhe treiben und vor allem die Armen treffen, wies Obama zurück. Letztendlich werde die Energie-Rechnung für die Amerikaner niedriger ausfallen.

Die neuen Regeln bauen auf einem Vorschlag auf, den die Umweltschutzbehörde EPA vor einem Jahr vorgelegt hatte. Erstmals schreibt die Regierung landesweit verbindliche Ziele für die Reduzierung der CO2-Emissionen im Energiesektor vor.

Erneuerbare Energien statt Kohle

Im Vergleich zum Jahr 2005 muss der Kohlendioxidausstoß von Kraftwerken bis 2030 um 32 Prozent gesenkt werden. Dazu sollen vermehrt erneuerbare Energien an die Stelle von fossilen Brennstoffen und insbesondere der Kohle treten. Bislang sah der vor einem Jahr veröffentlichte Entwurf eine Reduzierung um 30 Prozent vor.

Der Anteil von Kohlekraftwerken an der Stromproduktion soll bis 2030 nicht auf 30 sondern auf 27 Prozent gesenkt werden. Im vergangenen Jahr lag der Anteil bei 39 Prozent.

EPA-Chefin Gina McCarthy nannte das Ziel "vernünftig" und "erreichbar". Betroffen von der Neuregelung sind nach Angaben des Weißen Hauses rund 1000 Kraftwerke, darunter mehr als 600 Kohlekraftwerke, die besonders viel CO2 ausstoßen.

Die einzelnen Bundesstaaten müssen nun konkrete Pläne ausarbeiten, wie sie die Vorgaben der Umweltschutzbehörde umzusetzen gedenken. Bis zum September 2016 müsse die Pläne vorliegen, die Frist kann um maximal zwei Jahre verlängert werden. Ab 2022 greifen dann verpflichtende CO2-Obergrenzen.

Seite 1:

Obama definiert Klimawandel als größte Gefahr der Welt

Seite 2:

Wie der Clean Power Plan in den USA ankommt

Kommentare zu " Clean Power Plan: Obama definiert Klimawandel als größte Gefahr der Welt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Politik und Klimaforscher jagen derzeit dem sogenannten 2 Grad-Ziel hinterher. Im wesentlichen geht es dabei um eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen (u.a. CO2) in die Atmosphäre, um die Erderwärmung bis 2030 auf 2 Grad zu begrenzen. Allerdings führt die Erderwärmung u.a. zum Auftauen der Permafrostböden, was wiederum zu einer Freisetzung von Kohlenstoffgasen (vorwiegend Methan) führt. Dieser Effekt ist noch gar nicht in den Klimamodellen abgebildet. In den oberen 3 Metern der Permafrostböden weltweit sind rd. 1000 Giga Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Im Vergleich hierzu: in der gesamten Erdvegetation weltweit sind rd. 600 Giga Tonnen Kohlenstoff gespeichert!
    Daraus lässt sich vermuten, dass die Klimaziele bei den halbherzigen, zusätzlich mit Rechentricks geschönten Aktionen unserer Klimapolitik krachend verfehlt werden.
    Was tun? Klimaschutzziele weiter verschieben? Auf die nächste Eiszeit warten? Sich anpassen?
    Diese Frage hat sich auch Singer-Songwriter Sigismund Ruestig gestellt:
    http://youtu.be/s7Ivdm2-ZCQ

    http://youtu.be/-q0gF597WEA
    Viel Spaß beim Anhören.

  • Ah, die Verschwörungstheoretiker, wie ich sie liebe. Natürlich gibt es keinen Treibhauseffekt, denn die Amerikaner sind ja auch nicht auf dem Mond gewesen und haben stattdessen in New York die Twintowers mit Flugzeugen zerstört. Ach ja, und Darwin ist ein Lügner, denn die Evolutionstheorie ist wissenschaftlich widerlegt worden.

    Ist eine bequeme Position um sich nicht bewegen zu müssen. Weiter so.

  • Es gibt nur Thesen und keine Beweise.
    Gerlich/Tscheuschner wurden schon mehrfach widerlegt auch wegen fundamentaler Fehler in der Strahlentheorie.
    Fakt ist:
    CO2 gelangt vermehrt durch den Menschen in die Atmosphäre und verändert damit das Gleichgewicht welches sich die Natur über Millionen-Jahre geschaffen hat. Welche Auswirkungen letztendlich der CO2-Gehalt hat ist irrelevant.
    Ich halte einen starken Bevölkerungsrückgang für die bessere Methode um den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%