Clinton-Berater Emanuel wird Stabschefs
Obamas erster Mann steht fest

Der frisch gewählte designierte US-Präsident Barack Obama hat den ersten Posten in seiner künftigen Regierung besetzt: Der 47-jährigen Kongress-Abgeordneten und früheren Clinton-Berater Rahm Emanuel wird neuer Stabschef im Weißen Haus. Damit wurde eine der wichtigsten Schlüsselpositionen im Team des Präsidenten besetzt.

HB WASHINGTON. Emanuel habe das Angebot angenommen, teilte ein ungenannt bleiben wollender Vertreter der Demokratischen Partei am Donnerstag mit. Eine offizielle Mitteilung sei in Arbeit. Als Stabschef im Weißen Haus ist der für seine kämpferische Art bekannte Emanuel einer der wichtigsten Mitarbeiter des Präsidenten. Er entscheidet über den Zugang zum Staatschef und formuliert die Grundzüge der Regierungspolitik mit. Seine Position ist mit der des Kanzleramtsministers oder-chefs in Deutschland vergleichbar.

Der wie Obama in Chicago wohnende Emanuel ist seit 2003 Mitglied im Repräsentantenhaus. In der Fraktion der Demokratischen Partei rangiert er an vierter Stelle. Er ist Mitglied im mächtigen Haushaltsausschuss und war unlängst an den Verhandlungen über das 700 Mrd. Dollar schwere Rettungspaket für die Finanzwirtschaft beteiligt. In den 90er Jahren war der Vater dreier Kinder ein wichtiger Berater von Präsident Bill Clinton, dessen Frau Hillary von Obama in den Vorwahlen geschlagen wurde. Zeitweilig arbeitete Emanuel auch als Investmentbanker.

Obama wird am Freitag mit seinen wichtigsten Beratern über Wirtschaftsthemen sprechen und anschließend die erste Pressekonferenz seit seiner Wahl geben. Kommende Woche werden er und seine Frau Michelle den scheidenden Präsidenten George W. Bush in Washington treffen.

Besondere Bedeutung wird in Zeiten der Finanzkrise die Besetzung von Obamas Wirtschaftsteam haben. „Es ist mit das erste Mal, dass der Finanzminister fast genauso wichtig sein wird wie der Außenminister“, sagte der Politik-Experte David Gergen dem Sender CNN.

Nach CNN-Angaben kursierten in Washington die Namen Timothy Geithner, Lawrence Summers und Paul Volcker für die Besetzung dieses wichtigen Amtes. Geithner half beim Umgang mit der Finanzkrise in diesem Jahr, Summers war bereits Finanzminister unter Clinton, und Volcker amtierte zehn Jahre lang als Chef der US-Notenbank.

Obama wollte noch im Laufe des Donnerstags mit den Chefs der US- Geheimdienste zusammentreffen und sich informieren lassen. Er erhält dabei die selben Informationen wie der scheidende Präsident George W. Bush. Heimatschutz-Minister Michael Chertoff hatte am Mittwoch gewarnt, in der Übergangsphase bestehe immer eine erhöhte Gefahr von Terroranschlägen.

Das Übergangsteam wird von dem früheren Clinton-Mitarbeiter John Podesta, der Obama-Beraterin Valerie Jarrett und Pete Rouse, Obamas Stabschef im Senat, geleitet. Obama werde direkt über die Schritte informieren, die er bis zu seiner Amtsübernahme am 20. Januar unternehmen werde, sagte Jarrett. Im Team ist auch Susan Rice, die in US-Medien als mögliche nationale Sicherheitsberaterin in einer Regierung Obama gehandelt wird. Sie war im Wahlkampf Obamas außenpolitische Chefberaterin.

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