CNN: Flugzeugentführung geplant
El Kaida könnte wieder aktiv werden

Die USA befürchten offenbar neue Anschläge des Terrornetzwerkes El Kaida mit Flugzeugen. Die Terroristen hätten diesmal Flugzeuge auf internationalen Strecken im Auge, deren Route in der Nähe der USA vorbeiführe, berichtete der Nachrichtensender CNN am Freitag. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) sieht im Gegensatz vor dem zweiten Jahrestag der Anschläge am 11. September keine erhöhte Bedrohung durch islamistische Terroristen.

HB DÜSSELDORF. Vor allem bestehe die Sorge, zitierte CNN einen führenden Mitarbeiter des Heimatschutzministeriumsdass, dass Flüge aus Kanada umgeleitet und für terroristische Anschläge verwendet könnten.

Die USA hätten in den vergangenen Monaten bereits mit Kanada zusammengearbeitet, um die Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern. Ein Problem sei aber, dass Washington keine Möglichkeit habe, von den internationalen Fluggesellschaften, die außerhalb der USA starten, schärfere Sicherheitsmaßnahmen zu verlangen.

Die „New York Times“ berichtete unterdessen, die Regierung wolle vor dem kommenden Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 keine höhere Alarmstufe erklären. Kurz vor dem ersten Jahrestag hatte die US-Regierung die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen.

Schily sieht keine Hinweise auf „Jahrestagsterrorismus“

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) sieht vor dem zweiten Jahrestag der Anschläge am 11. September keine erhöhte Bedrohung durch islamistische Terroristen. Es gebe keine Erkenntnisse über einen „Jahrestagsterrorismus“, sagte Schily am Freitag nach einer Konferenz mit den SPD-Landesinnenministern in Nierstein bei Mainz. Grundsätzlich gehöre Deutschland aber zu einem „Gefahrenraum mit hoher Intensität“. Kritik an dem neuen Informationssystem der Polizei „Inpol-neu“ wies Schily zurück.

„Zu behaupten, das System sei jetzt schon veraltet, ist schlicht falsch“, sagte Schily. Das am Donnerstag in Wiesbaden vorgestellte System sei „außerordentlich praxistauglich und vernünftig“. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass „Inpol-neu“ auf Weiterentwicklung ausgelegt sei. Gegen die Möglichkeit einer Nutzung nach Art einer Internet-Suchmaschine gebe es rechtliche Beschränkungen.

Im Kampf gegen islamistische Extremisten kündigte der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens (SPD) eine umfangreichere Datei auf Bundesebene mit Daten von islamistischen Extremisten und Gewalttätern an. Damit solle die Schlagkraft der deutschen Sicherheitsbehörden erhöht werden. Schily sagte, es handele sich nicht um eine ganz neue Datei, sondern um eine Weiterentwicklung der bisherigen Technik. Einzelheiten nannte er nicht.

Einigkeit habe bei den SPD-Ministern darüber bestanden, die Möglichkeiten der DNA-Analyse in Ermittlungverfahren zu erweitern, sagte Behrens. Schily erklärte, die DNA-Analyse sollte nicht bei Bagatelldelikten eingesetzt werden.

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