CO2-Ausstoß
Verheugen springt für Premiumhersteller in die Bresche

Im Streit über den Beitrag der Autoindustrie zum Klimaschutz hat EU-Industriekommissar Günter Verheugen für mehr Rücksicht auf die deutschen Hersteller großer und teurer Wagen gefordert. Von ihnen hingen viele Arbeitsplätze ab.

HB BERLIN. Premiumhersteller dürften nicht einseitig belastet werden, sagte Verheugen der „Bild am Sonntag“. „Wir sollten nicht vergessen, dass die Autos der Oberklasse und oberen Mittelklasse unsere besondere Stärke sind.“

Die Einsparpotenziale in allen Fahrzeug-Klassen müssten voll ausgeschöpft werden, sagte der Kommissar. Zwar erwarte er bei den größten Modellen auch die größten Fortschritte. Aber auch bei kleineren Autos lasse sich noch viel tun. „Der Grenzwert kann nicht für jedes Auto derselbe sein.“

Ende dieses Jahres oder Anfang kommenden Jahres werde die Kommission ihre Vorschläge dazu vorlegen, wie der CO2-Ausstoß europäischer Neuwagen bis 2012 über die Motortechnik auf 130 Gramm je Kilometer gesenkt werden kann, sagte Verheugen. Durch die Nutzung von Biokraftstoffen und anderen kleineren Technikschritten sollen es letztlich 120 Gramm werden.

Die EU-Staaten streiten jedoch darüber, wer wie viel zur Senkung beitragen soll. Vor allem Frankreich als Heimatland von PSA Peugeot Citroen will, dass die Flotten aller Hersteller den neuen Wert erreichen müssen. Die Bundesregierung dagegen will mit Rücksicht auf Porsche, BMW oder DaimlerChrysler erreichen, dass es gestaffelte Ziele nach Fahrzeuggröße gibt.

Verheugen sagte, ob die Unterscheidung nach Gewicht oder nach anderen technischen Merkmalen vorgenommen werde, könne derzeit noch nicht entschieden werden. Der deutsche Kommissar hatte sich bereits bei der Festsetzung des Zielwertes eine harte, öffentliche Auseinandersetzung mit seinem für Umweltfragen zuständigen Kollegen Stavros Dimas geliefert. Letztlich hatte Verheugen durchgesetzt, dass die Hersteller über ihre Technik nur 130 Gramm erreichen müssen. Dimas wollte ihnen zunächst das Gesamtziel von 120 Gramm vorgeben.

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler warb dafür, nach Fahrzeuggewicht zu unterscheiden. „Und dieser Ansatz muss für alle Hersteller gleich gelten und so ausgestaltet sein, dass jedes einzelne Fahrzeug seinen Beitrag zur CO2-Minderung in seinem Marktsegment leisten muss“, sagte er der „Wirtschaftswoche“ einem Vorabbericht zufolge.

Es dürften nicht alle Hersteller über einen Kamm geschoren werden. Der Ausstoß des für die Erderwärmung verantwortlich gemachten Kohlendioxid lasse sich vor allem über die in besonders hohen Stückzahlen produzierten Modelle senken. Bei Audi werde der Flottenausstoß durch den geplanten Kleinwagen „A1“ um mindestens 5 Gramm je Kilometer von derzeit 179 Gramm sinken.

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