Commerzbank-Szenario

Wie Griechenland die Euro-Zone umkrempelt

Schon bevor der Schuldenstreit zwischen Athen und den EU-Partnern geklärt war, war klar: Die Entscheidung wird die Währungsunion verändern. Das zeigen Commerzbank-Experten in einer Analyse.
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Tsipras reißt an Schäubles Geduldsfaden

BerlinDie Griechenland-Krise birgt viel Konfliktstoff. Zwar hat sich Athen dem Ultimatum der Euro-Gruppe gebeugt und einen Antrag auf Verlängerung des bis Ende Februar laufenden Hilfsprogramms gestellt. Doch dieser erfüllt nach Einschätzung einiger Euro-Länder, darunter Deutschland, nicht die von der Euro-Gruppe auf ihrer Sitzung am Montag festgelegten Bedingungen.

Zu Recht, meinen Analysten der Commerzbank. Sie sprechen von „altem Wein in neuen Schläuchen“, den die Euro-Finanzminister nicht hätten trinken wollen. Denn es fehle weiterhin ein klares Bekenntnis zu den im Hilfsprogramm vereinbarten Reformen. Zwar bekenne sich die griechische Regierung zu tiefgreifenden Reformen, die darauf abzielen, die Wachstums- und Beschäftigungsaussichten zu verbessern und die Schuldentragfähigkeit wieder herzustellen.

Doch damit seien nicht die im Hilfsprogramm vereinbarten Reformen gemeint. So sei zeitgleich aus Athen zu vernehmen gewesen, „dass mit dem Antrag keine Anerkennung der aus griechischer Sicht „toxischen“ Konsolidierungsmaßnahmen verbunden sei“.

Griechenland wird daher aus Sicht der Commerzbank-Experten weiter nachgeben müssen. Die entscheidende Frage werde dabei sein, ob dies so gelinge, dass der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras die Einigung seinen Wählern als Erfolg verkaufen könne. „Leicht wird das selbst im kompromisserprobten Brüssel nicht.“

Allerdings geben die Analysten um Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer, auch zu bedenken, dass die Euro-Länder inzwischen bereit seien, Griechenland nicht mehr um jeden Preis in der Währungsunion zu halten. „Kommt es am Wochenende nicht zu einer Einigung, würde ein Grexit wahrscheinlicher werden.“

Und selbst wenn sich die Konfliktparteien am Wochenende einigen sollten, wären noch nicht alle Probleme gelöst. Denn jedem Kompromiss müssen alle Euro-Länder zustimmen. In einigen Ländern wie Deutschland, Italien, Portugal, Finnland, Estland und Slowenien müssen zudem die nationalen Parlamente ihren Segen geben. Und auch das griechische Parlament muss die Vereinbarung mittragen.

Sind all diese Hürden genommen, fließt aber noch kein frisches Geld nach Athen. Die Auszahlung der letzten Hilfstranche des EFSF-Kredites (1,9 Milliarden Euro), der nächsten Tranchen des Internationalen Währungsfonds  (3,2 Milliarden Euro) und der EZB-Gewinne mit griechischen Anleihen (1,9 Milliarden Euro) wird erst erfolgen, wenn die laufende Überprüfung durch die Troika erfolgreich abgeschlossen ist. Und dazu wird Griechenland weitere Spar- und Reformmaßnahmen verabschieden müssen.

Ist das alles irgendwie geschafft und bewältigt, wird die Euro-Zone aber nicht mehr so sein wie vorher, sind die Commerzbank-Experten sicher. Die Griechenland-Krise wird ihre Spuren hinterlassen. Ob positiv oder negativ wird die Zukunft zeigen. Die Bank-Analysten halten zwei Szenarien für möglich.

Szenario 1: Fauler Kompromiss bringt Transferunion näher
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31 Kommentare zu "Commerzbank-Szenario: Wie Griechenland die Euro-Zone umkrempelt"

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  • Griechenland hat bereits die Eurozone umgekrempelt. Die Null-Zins-Politik der EZB hat der Bundesrepublik beispielsweise für ihre Neuschulden einen Schuldenschnitt von über 40 % (gegenüber 7 % Kupon von früher) gebracht. Reden wir also nicht mehr über den Schuldenschnitt Griechenlands, sondern über den für die Bundesrepublik. Dabei sollte man beachten, dass die Bundesrepublik einen weit aus größeren Refinanzierungsbedarf als Griechenland hat. Das was Griechenland will könnte Schäuble aus der Portokasse mit den zuvor aufgezeigten Mrd. € bezahlen. Schäuble und Merkel sind, und da stimme ich mit den Griechen überein, überhaupt nicht bereit eine echte EU zu etablieren. Ihre Politik ist nur noch als höchst unseriös zu bezeichnen. So werden keine Staaten gebildet. Die Korruptionsbekämpfung oben auf die Agenda der Griechen zu schreiben, ist mehr als geschickt.

  • unsere lieben griechen haben sich bisher (seit der wahl) nur darauf konzentriert, wie sie ein "mords" durcheinander in den euro-ländern anrichten können.

  • Auch ich kann keine solide politischen Akteure erkennen. Was man in den Medien zu sehen bekommt sind Politikdarsteller und Lügner.

    und endlich die Reformen energischer anpacken - auch wenn's weh tut. Die Deutschen sind da überhaupt nicht außen vor.
    Welche Reformen meinen Sie? PKW Maut, Neue Steuern für den Soli, höhere Besteuerung von Arbeit???

    Schönen Abend noch.

  • Wir alle wissen ,und nicht nur wir ,sondern auch die Politmarionetten und "Experten" bei der Commerzbank und nicht zuletzt auch die Redakteure des Handelsblatts:Griechend ist pleite,daran ist nichts zu ändern.Griechenland kann die Schulden niemals zurückzahlen,da nicht mal so angeblich solide Staaten wie die BRD die Schulden zurückzahlen können.Ob nun Griechenland aus dem Euro austritt und anschließend Konkurs anmeldet oder ob die griechischen Schulden am St.Nimmerleinstag getilgt werden und bisdahin zinsfrei gestundet werden ist eigentlich ziemlich gleich.Das Geld ist weg.Aus.Punkt.

  • Wir alle wissen ,und nicht nur wir ,sondern auch die Politmarionetten und "Experten" bei der Commerzbank und nicht zuletzt auch die Redakteure des Handelsblatts:

  • Wenn man mal verstanden hat wie das Schuldgeldsystem funktioniert hat man soger Verständnis für die griechische Situation.

  • von welchen "soliden politischen Akteuren" sprechen Sie?

    Ich kann keine erkennen !!!

    Dieser Schuldenwahnsinn muss schnellstens ein Ende haben.
    Nur Diejenigen, die sich dafür einsetzen sind "solide" - alle anderen sind Verbrecher und gehören zur Verantwortung gezogen.

  • So da das ja jetzt geklärt wäre könnten wir uns wieder den wichtigen Themen widmen!!! Gestern lief die letzte Folge Two and a half men. Komisches Ende!!

  • Der Schwanz wedelt mit dem Hund ;-)

  • Tsipras ist eine Marionette der griechischen Kleptokraten. Er redet links und verteilt ein paar Brosamen unters Volk. Hauptsächlich dreht es sich aber darum, die fortgesetzte Steuerhinterziehung der Reichen in Griechenland fortzusetzen und zu legitimieren (geplante Amnestie!!!), die illegal erworbenen Vermögen der Kleptokraten vor einer an sich längst fälligen Vermögensabgabe (in zwar in Griechenland und nicht in Deutschland!) zu retten und absurderweise selbst in dieser Situation die verfassungsmäßig garantierte Steuerfreiheit der Reeder nicht anzutasten.

    Man muss den Verdacht äußern, das Tsipras von den Kleptokraten finanziert und gesteuert wird.

    Die deutschen Rettungsgutmenschen fallen natürlich darauf rein, insbesondere auf die unbestritten tatsächlich bestehenden, hier aber nur von gewissenlosen Gangstern vorgeschobenen Leiden des einfachen Volkes, das als Kulisse herhalten muss, um die Vermögen der Gangster zu retten. Das Geld zur Verbesserung der Lage in Griechenland ist da - bei den Griechen-Kleptokraten. Die werden aber nicht angetastet. Stattdessen sollen die braven deutschen Steuerzahler zahlen.

    Dazu kommt die deutsche SPD, die absurderweise die Kleinvermögen der deutschen Sparer und Lebensversicherungsnehmer vernichten will, um die Gangster in Griechenland noch reicher zu machen.

    Absurde Welt! Schmeisst diese Schutzgelderpresser endlich raus aus dem Euro. Wenn Merkel jetzt wieder umfällt, brechen alle Tore. Lieber ein Ende mit Schrecken als noch größere Schrecken ohne Ende! Weg mit dem Euro, der Europa vernichtet!

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