Computeraktivisten: Anonymous hackt Terrormiliz IS

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Anonymous hackt Terrormiliz IS

Hackerkollektiv gegen Terrormiliz: Die Gruppe Anonymous hat offenbar zahlreiche Twitter- und Facebook-Profile von IS-Terroristen angegriffen. Weitere Attacken gegen die Propagandaprofis sollen folgen.
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Anonymous zieht offenbar gegen den Islamischen Staat (IS) in den Kampf: Unbekannte, die sich zu dem Hackerkollektiv bekennen, haben nach eigenen Angaben zahlreiche E-Mail-Adressen, Websites, sowie Twitter- und Facebook-Nutzerkonten der Terrormiliz attackiert und gelöscht. Das erklären sie unter anderem in einem Internetvideo und auf der Seite http://anonhq.com aus dem Umfeld der Gruppierung. Die Angaben ließen sich am Dienstag nicht unabhängig überprüfen, Stichproben ergaben aber, dass viele Twitter- und Facebook-Profile nicht mehr erreichbar waren. Damit treffen die Hacker die Terroristen an einem empfindlichen Punkt.

Die Aktion unter dem Codenamen #OpISIS sei von einer bunt gemischten Truppe aus Vertretern „aller Länder und Rassen“ geplant und durchgeführt worden, heißt es in der Erklärung. Man werde nicht aufhören, die IS-Terroristen zu jagen, und sie wie einen Virus behandeln, der durch Anonymous geheilt würde. In den kommenden Stunden und Tagen würden viele weitere IS-nahe Profile attackiert.

Bereits im September hatten unbekannte Anonymous-Aktivisten angekündigt, gegen den Einfluss der Terrormiliz in den sozialen Medien vorzugehen und deren Nutzerkonten lahmlegen zu wollen, ebenso nach den Anschlägen auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo. „Ihr habt unschuldige Menschen getötet, wir werden ihren Tod rächen“, hieß es in einem Internetvideo nach der Tat. Eine Attacke auf die Meinungs- und Redefreiheit sei ein Angriff auf die Demokratie.

Das Phänomen Anonymous ist schwer zu fassen. Es handelt sich um einen lose organisierten Zusammenschluss von Hackern ohne klar umrissene Führung. Die unbekannten Aktivisten schließen sich zumeist spontan zu einzelnen „Operationen“ zusammen, um beispielsweise Websites zu blockieren oder inkriminierende Daten zu veröffentlichen. Das trägt zur Mystifizierung der Hacker bei, erschwert es allerdings auch, Meldungen über Attacken auf ihre Echtheit zu überprüfen.

Die Anfänge der Gruppe reichen bis ins Jahr 2003 zurück, einer breiteren Öffentlichkeit ist das Kollektiv 2008 mit Angriffen auf die Scientology-Organisation bekannt geworden. 2010 nahmen Hacker die Websites von Organisationen ins Visier, die das Whisteblower-Portal Wikileaks boykottierten, darunter die Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa.

Die Hacker eint die Ablehnung staatlicher Zensur. In etlichen Botschaften betonen Aktivisten auch die Bedeutung der Menschenrechte. So auch im aktuellen Fall: „Wir sind Moslems, Christen, Juden“, heißt es im Video, und weiter: „Wir stammen aus allen Rassen, Ländern, Religionen und Ethnien“. Die IS-Terroristen seien dagegen keine Moslems.

Diese hehren Ziele erreichen die Hacker indes mit umstrittenen Methoden. So legen sie in vielen Fällen Websites mit sogenannten DDOS-Angriffen lahm. Dabei werden die Server mit zahlreichen Anfragen geflutet, so dass sie häufig unter der Last zusammenbrechen. Aktivisten sehen darin lediglich einen virtuellen Sitzstreik, allerdings können Unternehmen durchaus Schäden entstehen – das Gesetz sieht darin eine Straftat. Teilweise veröffentlichen die Hacker auch geheime Informationen, die sie erbeuten konnten, etwa im Fall des US-Sicherheitsdienstleisters Stratfor. Diverse Anonymous-Mitglieder sind in den USA wegen der Angriffe zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

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Anonymous hackt Terrormiliz IS

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IS-Terroristen sind Profis in Sachen Social Media

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