Confederation Cup
Proteste gegen Fußball-WM für Reiche

Kein gutes Omen für die Weltmeisterschaft in Brasilien: Leere Plätze in den Stadien, Chaos an Imbissbuden, prügelnde Polizisten und ein Bombenalarm. Doch der Fußballverband Fifa bleibt gelassen.
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Rio de JaneiroDas brasilianische Nationalteam, die Seleção, tanzt Samba. Sportlich war der Auftakt des Confed Cups für Brasilien ein Erfolg. Ansonsten gab der Gastgeber der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Spiele 2016 aber nicht immer ein gutes Bild ab.

Abseits des Rasens trübten gleich zum Auftakt des Confed Cups zahlreiche Vorfälle das Fußball-Fest in Brasilien. Die Proteste in den Straßen von São Paulo, Rio de Janeiro und anderen Großstädten reißen zudem nicht ab. Viele Menschen stoßen sich an der "WM für Reiche".

Selbst der Sportminister spricht von der "Gentrifizierung des Fußballs" am Zuckerhut. Dazu sorgten leere Plätze, "Chaos" an den Imbissbuden im Estádio Nacional Mané Garrincha von Brasília sowie sogar ein Bombenalarm für Aufregung.

Weil der Nachschub während des Spiels der brasilianischen Nationalmannschaft stockte, gingen den teilweise nur unzureichend ausgebildeten Helfern zwischenzeitlich Getränke und Essen aus. Es bildeten sich lange Warteschlangen.

Durchschnittlich mussten Fans eine halbe Stunde für ein Wasser anstehen. Und wegen der Probleme verpassten viele Neymars Treffer ebenso wie das 2:0 von Paulinho unmittelbar nach der Pause. Die Polizei musste aufgebrachte Fans beruhigen.

Auch die Preise von sechs Real (2,10 Euro) für ein Wasser oder zwölf Real (4,20) für ein Bier sowie acht (2,80) für einen Hotdog erzürnten manche. "Das ist ein Problem, das wir angehen müssen", sagte Sportminister Aldo Rebelo dem Internetportal UOL: "Da muss die Regierung etwas tun, wir dürfen der Gefahr der Gentrifizierung des Fußballs nich gleichgültig gegenüberstehen." Rebelo pries in diesem Zusammenhang die Bundesliga als leuchtendes Vorbild.

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