Connecticut nach Massaker: Schärfstes Waffengesetz der USA beschlossen

Connecticut nach Massaker
Schärfstes Waffengesetz der USA beschlossen

Nach einem Amoklauf in einer Grundschule hat der US-Bundesstaat Connecticut das strikteste Waffengesetz des Landes beschlossen. Eine Ausnahme: Andere Bundesstaaten gehen in eine andere Richtung.
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Denver/New YorkKnapp vier Monate nach dem blutigen Amoklauf an einer Grundschule in Connecticut hat das Oberhaus des US-Bundesstaats das bisher schärfste Waffengesetz der Vereinigten Staaten beschlossen. Die Mitglieder des Senats stimmten am Mittwoch mit 26 zu 10 für das Gesetz.

Das Abgeordnetenhaus sollte anschließend darüber abstimmen. Gouverneur Dan Malloy wollte es noch am Donnerstag unterzeichnen. Das Gesetz verbietet unter anderem 100 weitere Sturmgewehr-Fabrikate und beschränkt die maximal zulässige Zahl von Patronen pro Magazin auf zehn.

Zudem wird das Mindestalter für Waffenkäufer von 18 auf 21 Jahre angehoben. Auch wird erstmals ein staatliches Register geschaffen, das Menschen mit Vorstrafen wegen Waffendelikten aufführt. Das Gesetz war eingebracht worden, nachdem in dem Ostküstenstaat am 14. Dezember ein 20-Jähriger in einer Grundschule in Newtown 20 Kinder und sechs Erwachsene erschoss, bevor er sich selbst das Leben nahm. Er verwendete dabei ein legal erwerbbares Sturmgewehr, wie es auch vom Militär benutzt wird.

Waffengegner haben seitdem laut für mehr Regulierung gekämpft. Doch in Realität ist dies nicht passiert: Zwar haben fünf Staaten haben im Jahr 2013 sieben Gesetze erlassen, die für mehr Kontrolle sorgen. Doch in der gleichen Zeit haben zehn Staaten siebzehn Gesetze erlassen, die Waffenrestriktionen lockern. Das schreibt das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf das „Law Center to Prevent Gun Violence“.

So sind in Arkansas Waffen in Kirchen und auf Universitätsgeländen neu zugelassen worden. South Dakota erlaubt es Schulvorstehern, Lehrer zu bewaffnen. Angestellten in Tennessee ist es neuerdings erlaubt, Waffen zur Arbeit zu bringen, auch wenn der Arbeitgeber dies untersagt. Kentucky hat den Lizenzierungsprozess für verdeckt getragene Waffen verkürzt.

Auch national scheint der Kampf für neue Waffengesetze ins Stocken gekommen zu sein. Im US-Kongress wurden Pläne für ein Sturmwaffenverbot begraben, und neue Gesetze für lückenlose Überprüfung von Waffenkäufern stoßen auf Gegenwind. Angesichts dieses Umfelds hat sich US-Präsident Barack Obama erneut direkt an die Bevölkerung gewandt. Seit dem Amoklauf an der Grundschule von Newtown Mitte Dezember seien hunderte Menschen durch Schusswaffen getötet worden, sagte Obama am Mittwoch in einer Rede in Denver im Bundesstaat Colorado. "Jeden Tag, den wir warten, etwas dagegen tun, werden noch mehr Leben durch eine Kugel aus einer Waffe genommen."

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

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