Contra Verlängerung der Griechenland-Hilfen
Die größte Insolvenzverschleppung der Geschichte

Der Wahnsinn geht weiter: Die EU-Staaten werden Griechenland vor der Pleite retten – wieder einmal. Europa droht damit eine Armutswelle und das Scheitern ihrer Volkswirtschaften, glauben Matthias Weik und Marc Friedrich.
  • 61

Oops, they did it again: Ein weiteres Mal wird das eigentlich schon bankrotte Griechenland vor der Pleite „gerettet“. In Anbetracht der desolaten wirtschaftlichen Lage ist mittlerweile auch dem Letzten klar, dass wir nicht die Griechen gerettet haben, und nun abermals retten, sondern unsere Banken, welche leichtfertig Geld an Griechenland verliehen haben.

Hätten die Politik und die Bevölkerung in den besagten Ländern der so genannten Rettungspolitik nicht zugestimmt, sähe die unsrige, aber auch die Bankenlandschaft bei unseren Nachbarn in Frankreich, etwas anders aus. Bis dato hat Griechenland von den Euro-Mitgliedsländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 226 Milliarden Euro erhalten.

Jedoch flossen davon lediglich 15 Milliarden in den unmittelbaren Betrieb des Staates, wie beispielsweise in die Gehälter von Staatsangestellten und in Renten. Addiert man die indirekten Staatsausgaben hinzu, kommt man auf 27 Milliarden Euro – ungefähr elf Prozent der Gesamtsumme. 40 Milliarden Euro wurden für Zinszahlungen, 81 Milliarden Euro zur Ablösung fälliger Kredite verwendet und neun Milliarden Euro gingen an den IWF – summa summarum flossen 132 Milliarden Euro allein in den Schuldendienst. Das ist mehr als die Hälfte der Griechenland-Hilfen.

Der Schuldenschnitt 2012 schlug mit knapp 35 Milliarden Euro zu Buche. Weitere 48 Milliarden Euro benötigte das Land, um seine maroden Banken am Leben zu halten. Wie wir sehen, ist das Geld also keinesfalls weg – es hat nur jemand anderes.

Werfen wir einen Blick in die Vergangenheit. Vor der Einführung des Euro wurde uns allen weisgemacht, dass niemand für die Schulden der anderen haften muss. Die CDU hat dies selbst noch auf einen Flyer gedruckt.

Dort stand: „Was Kostet uns der Euro? Muss Deutschland für die Schulden anderer Länder aufkommen? Ein ganz klares Nein! Der Maastrichter Vertrag verbietet ausdrücklich, dass die EU oder die anderen EU-Partner für Schulden eines Mitgliedstaats haften. Mit dem Stabilitätspakt wird von vorneherein sichergestellt, dass die Nettoneuverschuldung auf unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzt wird. Die Euro-Teilnehmer werden daher auf Dauer ohne Probleme ihren Schuldendienst leisten können. Eine Überschuldung eines Euro-Teilnehmerstaats kann daher von vornherein ausgeschlossen werden.“

Dummerweise brachen ausgerechnet Deutschland und Frankreich als erste die Regeln des Stabilitätspakts, und heute kümmert sich niemand mehr darum. Wofür Regeln, wenn sich keiner daran hält?

Im Juni 2010 musste dann, aufgrund der prekären wirtschaftlichen Lage einiger europäischer Länder, der sogenannte Rettungsschirm EFSF implementiert werden. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bot Finanzminister Wolfgang Schäuble die Wette an, dass der erste Euro-Rettungsschirm (EFSF) verlängert wird.

Kommentare zu " Contra Verlängerung der Griechenland-Hilfen: Die größte Insolvenzverschleppung der Geschichte "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Steigerung einer Pleite gibt es nicht! Bankrott ist bankrott, auch wenn es Griechenland ist!

  • Schade, dass auch diesen beiden Ökonomen den Zusammenhang zwischen den Schulden der "Pleitegriechen" und der deutschen Exportweltmeisterei nicht herzustellen vermögen.

  • die AfD kann sich äussern wie und wo sie will , die Staatsrundfunkanstalten werden das immer weitgehend unterdrücken und nach den politischen Vorgaben klittern. Die AfD ist die einzige politische Kraft in Deutschland, die den ÖRR-Betrug am Volk erkannt hat und Gegenmassnahmen erwägt.Klar sind zwei Dinge: der Betrug des Zwangsbeitrages kann nur politisch geändert werden und damit hat der ÖR-Rundfunk ein klares Feindbild . Warum sollten also ARD und ZDF positiv oder vielleicht gar warheitsgetreu über die AfD berichten .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%