Convention in Tampa
Was Wirbelstürme zu sagen haben

Aufatmen vor dem Parteitag der Republikaner: Wirbelsturm „Isaac“ hat außer käseweißen Fluggästen vorerst keine Schäden in Tampa angerichtet. So war die Luft rein für die Tea Party – und den unvermeidlichen Donald Trump.
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TampaMit einem Wirbelsturm ist es ja so eine Sache. Er taucht auf, wann und wo er will, und weder seine Stärke noch seine Flugbahn lassen sich irgendwie beeinflussen. Aber man kann ihn mit Bedeutung aufladen, und besonders gerne macht das die erzkonservative Abgeordnete Michele Bachmann.

Im vergangenen Jahr nannte die tiefreligiöse Ex-Präsidentschaftskandidatin aus Minnessota den Ostküsten-Hurrikan „Irene“ ein Zeichen Gottes, damit die Politiker in Washington „endlich zuhören“. Am Sonntagabend dann war Tropensturm „Isaac“ dran: „Wir sehen einen politischen Hurrikan in diesem Land“, rief Bachmann auf einer Kundgebung der Tea-Party-Bewegung in Tampa, Florida. „Wir sehen einen spirituellen Hurrikan“.

Allein, in Tampa, wo am heutigen Montag der Nominierungs-Parteitag („National Convention“) der Republikaner offiziell beginnt, jedenfalls nicht. Zumindest nicht „Isaac“, auf den Bachmann in ihrer verschwurbelten Rede angespielt hatte. Der Tropische Sturm, der auf Tampa zugehalten hatte und bald Hurrikan-Stärke erreichen soll, hat die Stadt an der Westküste Floridas fürs erste verschont.

Während die Offiziellen am Sonntagvormittag noch bang den Wetterbericht beobachteten, schafften Flugzeuge im Minutentakt vom windigen Anflug durchgerüttelte und käseweiße Gäste heran. Doch dunkle Wolken, Regen und Böen waren bis zum Abend das Unangenehmste, was „Isaac“ Tampa am mitbrachte.

Aus Vorsicht hatten die Organisatoren in letzter Minute alle Termine für Montag abgesagt, was sie nun vor eine große Herausforderung stellt: Ein bis zum letzten Luftballon durchgeplantes Riesen-Event mit rund 50.000 Gästen von vier Tagen auf drei zusammenzustampfen. Denn es soll dabei bleiben, dass am Donnerstagabend, als Höhepunkt des Parteitags, Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und sein Vize Paul Ryan ihre Kandidatur erklären wollen. Romney feilt seit Wochen an seiner Rede, es wird die wichtigste seiner bisherigen Karriere.

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Republikaner fahren schwere Geschütze auf

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  • "Im vergangenen Jahr nannte die tiefreligiöse Ex-Präsidentschaftskandidatin aus Minnessota den Ostküsten-Hurrikan „Irene“ ein Zeichen Gottes, damit die Politiker in Washington „endlich zuhören“.
    Auf diese Erklärung wäre ich wirklich nicht gekommen.
    Sie ist bisher in keinem Lexikon erwähnt!
    Vielleicht hat Sie ja recht, wenn Gott das Universum erschaffen hat, ist er ja für alles verantwortlich :-))

  • Das wäre doch mal eine Meldung: Isaac fegt Rep-Convent in den Atlantik!

    Ich glaube, ich würd' sofort ne' Flsache aufmachen.

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