Correa-Nachfolge
Stichwahl um Präsidentschaft in Ecuador

Zehn Jahre war Rafael Correa der Präsident Ecuadors. Nun geht es bei der Suche nach seinem Nachfolger in die Stichwahl. Der linke Kandidat Lenín Moreno tritt darin gegen den Konservativen Guillermo Lasso an.
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QuitoDer Nachfolger des nach zehn Jahren aus dem Amt scheidenden ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa wird in einer Stichwahl ermittelt. Nach Auszählung aller Stimmen kommt der linke Regierungskandidat Lenín Moreno auf 39,3 Prozent der Stimmen. Auf den konservativen Gegenkandidaten Guillermo Lasso entfielen 28,1 Prozent.

Die zweite Runde zwischen Moreno und und Lasso wird am 2. April stattfinden. Moreno, unter Correa bis 2013 Vizepräsident, verpasste nur sehr knapp den Sieg schon in der ersten Runde. Mit 40 Prozent der Stimmen und einem Vorsprung von zehn Prozentpunkten auf den Zweitplatzierten wäre er direkt in den Präsidentenpalast eingezogen.

Correa hat Ecuador zehn Jahre regiert. Er setzt auf einen Wahlsieg Morenos, damit seine sogenannte Bürgerrevolution fortgesetzt wird.

Moreno (63) will Correas linke Politik fortsetzen und die Sozialprogramme für arme Bevölkerungsschichten weiter ausbauen. Seit er 1998 Opfer eines Raubüberfalls wurde, sitzt Moreno im Rollstuhl; er setzt sich weltweit für die Rechte Behinderter ein. Zudem ist er fleißiger Buchschreiber - über den Humor. Eine Auswahl: „Theorie und Praxis des Humors“, „Die besten Witze“, „Humor der Berühmten“.

Lasso (61) strebt einen Politikwechsel an und will das Asyl für den Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft in London beenden. Er ist Eigentümer einer der größten Banken, der Banco Guayaquil, und Gründer der Partei Creando Oportunidades („Möglichkeiten schaffen“). Lasso will Steuererleichterungen, eine Million neuer Arbeitsplätze schaffen und das wegen des gesunkenen Ölpreises in die Rezession abgerutschte Land attraktiver für Investoren machen.

Bei der Umsetzung von Investitions- und Reformprogrammen wird auch der nächste Präsident in hohem Maße von der Entwicklung des Ölpreises abhängig sein. Dank lange sprudelnder Einnahmen wurden in Correas Amtszeit neue Straßen, Kraftwerke und Krankenhäuser gebaut. Die Armutsquote sank deutlich; Bildungsmöglichkeiten gerade für untere Einkommensschichten wurden verbessert. Für Kritik sorgten die Umweltzerstörungen durch die Ölförderung im Amazonasgebiet. Als der Ölpreis fiel, gerieten die Programme unter Druck, es zeigte sich das Risiko der Ölabhängigkeit. Mehrere Steuern mussten erhöht werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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