CSTO
Russland will gemeinsame schnelle Eingreiftruppe

Gemeinsam mit sechs früheren Sowjetrepubliken will Russland eine schnelle Eingreiftruppe auf die Beine stellen. Nach den Worten von Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew soll diese Truppe mit der Nato vergleichbar sein.

HB MOSKAU. Medwedjew erklärte am Mittwoch in Moskau, man habe mit Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan eine entsprechende Einigung erzielt. Die Vereinbarung wurde auf einem Gipfel der Organisation für Kollektive Sicherheit (CSTO) geschlossen. Das Bündnis wolle mit der Eingreiftruppe vor allem gegen den internationalen Terror und den Drogenhandel in Zentralasien vorgehen, sagte ein Sprecher des Kremlchefs. Für die Eingreiftruppe soll jedes CSTO-Mitglied ein Bataillon zur Verfügung stellen. Jedoch teilte Usbekistan am Mittwoch bereits mit, lediglich zu ausgewählten Einsätzen Soldaten entsenden zu wollen.

Alle seien sich einig, dass eine solche Truppe notwendig sei, erklärte Medwedjew. Einzelheiten über die Zusammensetzung nannte er nicht. Das „Wall Street Journal“ berichtet, die Eingreiftruppe solle von den Maßstäben mit der Nato vergleichbar sein. Demnach sagte der russische Präsident: „Bezogen auf die Kampfstärke muss die Eingreiftruppe nicht schwächer sein als ähnliche Truppen der Nato.“ Das Blatt sieht in dem Schritt der Staaten den "aggresivsten Schritt" der jüngst unternommen wurde, um Russland seinen Einfluss in der Region zu sichern. Insgesamt ringen Russland, die USA und China um Einfluss in der Region, in der die drittgrößten Energiereserven der Welt vermutet werden.

Die 1992 gegründete und von Moskau dominierte Organisation CSTO diente bisher hauptsächlich als Forum für Konsultationen und für gmeinsame Militärmanöver. Die Kaukasus-Republiken Aserbaidschan und Georgien schieden 1999 aus der CSTO aus. Erklärtes Ziel der Organisation, die im Westen bislang wenig Beachtung fand, ist es, die Souveränität der Mitgliedstaaten zu gewährleisten.

Zuvor hatte die Regierung in Kirgistan beschlossen, den strategisch wichtigen US-Luftwaffenstützpunkt Manas per Gesetz zu schließen. Ein entsprechender Entwurf wurde am Mittwoch ins Parlament eingebracht.

Damit droht den USA droht für ihre Anti-Terror-Einsätze in Afghanistan der Verlust einer mit rund 1000 Soldaten besetzten Luftwaffenbasis. Der kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew sagte in Moskau, er werde die im Dezember 2001 in Manas begonnene Zusammenarbeit mit den Amerikanern aufkündigen.

Die US-Regierung sieht noch weiterhin Chancen für den Erhalt der Militärbasis in Kirgistan. Die Regierung der zentralasiatischen Republik habe bisher nichts über eine entsprechende Entscheidung mitgeteilt, betonte der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Robert Wood, am Mittwoch in Washington. „Wir diskutieren mit den Kirgisen darüber und wir werden es weiterhin tun“, sagte Wood.

Seite 1:

Russland will gemeinsame schnelle Eingreiftruppe

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%