Cyber-Attacken

US-Geheimdienst infiziert tausende Computer mit Trojanern

Dass auch westliche Geheimdienste zu Hackern werden können, überrascht Experten nicht. Doch jetzt zeigt ein Zeitungsbericht auf Basis der Unterlagen von Edward Snowden die Dimension der amerikanischen Cyber-Attacken.
14 Kommentare
Aktionen unter dem Code-Namen „Genie“ (Geist): Die Geheimdienst-Hacker brechen laut Bericht in Computer ein, um Daten abzuschöpfen. Bis Ende dieses Jahres solle im Rahmen von „Genie“ spezielle Software auf mindestens 85.000 strategisch ausgewählten Computern weltweit platziert werden, hieß es. Quelle: dpa

Aktionen unter dem Code-Namen „Genie“ (Geist): Die Geheimdienst-Hacker brechen laut Bericht in Computer ein, um Daten abzuschöpfen. Bis Ende dieses Jahres solle im Rahmen von „Genie“ spezielle Software auf mindestens 85.000 strategisch ausgewählten Computern weltweit platziert werden, hieß es.

(Foto: dpa)

WashingtonDie US-Geheimdienste haben laut einem Bericht der „Washington Post“ Zehntausende Computer weltweit mit Software-Hintertüren versehen, über die sie Zugriff auf Daten oder ganz Netzwerke haben. Bis Ende dieses Jahres soll es demnach mindestens 85 000 solcher präparierten Rechner geben, schrieb die Zeitung am Samstag auf Basis von Unterlagen aus dem Fundus des Informanten Edward Snowden.

Der Geheimdienst NSA habe aber auch ein System entwickelt, dass Millionen infizierter Computer automatisch kontrollieren könne.

Im Jahr 2011 hätten die amerikanischen Geheimdienste insgesamt 231 Cyberangriffe ausgeführt, hieß es. Die Zahl stehe in einem von Snowden zugespielten Budgetentwurf. Von diesen „offensiven Operationen“ waren laut Budget fast drei Viertel gegen Ziele mit höchster Priorität gerichtet. Nach Angaben ehemaliger Beamter seien darunter Aktionen gegen Ziele in Ländern wie Iran, Russland, China und Nordkorea, schrieb die Zeitung.

Nähere Informationen über diese Angriffe gab es nicht. Die US-Geheimdienste definierten gemäß einer Präsidentendirektive von Oktober 2012 offensive Cyber-Operationen als Manipulation oder Zerstörung von Informationen in Computern oder in Computernetzwerken oder der Rechner und Netzwerke selbst. Die meisten dieser Aktionen hätten unmittelbare Auswirkungen nur auf Daten und Funktionsfähigkeit von Computern des Gegners: Die Verbindungen würden beispielsweise langsamer.

Als bekanntestes Beispiel eines staatlichen Cyberangriffs gilt der Computerwurm Stuxnet, der vor einigen Jahren das iranische Atomprogramm sabotierte. IT-Sicherheitsexperten sind sich sicher, dass hinter Stuxnet westliche Geheimdienste stecken, auch wenn dies nie offiziell bestätigt wurde.

Viel häufiger brechen die Geheimdienst-Hacker dem Bericht zufolge in Computer ein, um Daten abzuschöpfen. Die Aktionen liefen unter dem Code-Namen „Genie“ (Geist). Bis Ende dieses Jahres solle im Rahmen von „Genie“ spezielle Software auf mindestens 85.000 strategisch ausgewählten Computern weltweit platziert werden, hieß es. Diese Software könne zum Beispiel Daten mitschneiden und übermitteln.

Die Hintertür für spätere Zugriffe
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Cyber-Attacken - US-Geheimdienst infiziert tausende Computer mit Trojanern

14 Kommentare zu "Cyber-Attacken: US-Geheimdienst infiziert tausende Computer mit Trojanern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Formatierer

    Die Zeiten haben sch geändert. "Platt machen" nach dem Kauf nützt gar nichts mehr. Das erste Update kann dafür sorgen, dass Ihre individuelle Spyware am Computer ist. Und die Firmware können Sie durch Formatieren ohnehin nicht platt machen.

  • "Verzweifelt ist es eher wie unsere Altparteien versuchen den Club Med zum Stillhalten bis nach der Wahl zu bewegen. Aber vermutlich ist Ihnen eine Bankenunion egal."

    Sie leben offensichtlich in einer kleinen abgeschlosssenen Welt. Eine "Bankenunion" gibt es schon lange. Wie hätte sonst die Lehmann-Pleite bis nach Europa schwappen können?
    Zinsen werden nicht von Regierungen gemacht, sondern von wirtschaftlichen Prozessen. Warum sollen bitte Sparer mehr "verdienen" wenn Arbeitnehmer Lohnverluste haben?
    Der einzige Vorwurf der hier greifen könnte ist dieser, nämlich das die Regierungen den Banken in schöner Union die Steuergelder hinterher geworfen haben, während man Regierungen Sparzwänge verordnet, die sowieso zwangsläufig eingetreten wären, mit oder ohne "Bankenrettung".
    Im übrigen hätten viele viele Kleinsparer ohne diese Maßnahmen gar kein Geld mehr.
    Pateienwerbung hilft überhaupt nicht, denn keine Partei wird das zufrieden stellend lösen, und schon garnicht mit "Lohnspreizung" oder anderen Ideen, die noch mehr die Kassen der Arbeitnehmer leeren und solchen Lucke-Weltbank-Ideen hinterher läuft.
    Dadurch bekommt kein Sparer auch nur 0,1% Zinsen mehr, weil Zinsen aus Erträgen gezahlt werden und nicht frei in der Luft schwebend, qua Verordnung gebildet werden.
    Keine Gewinne, keine Zinsen.

  • Einen gekauften Computer macht man auch erstmal platt.
    Da war schon vor 25 Jahren so. Aber da strecken etwa 95 Prozent der bundesdeutschen Nutzer bereits die Flügel..

  • Warum sollte sich ausgerechnet im 21.Jahrhundert etwas verändern, was schon immer so war ?

  • Zu viele Hintertürchen

    Wer heute einen Computer kauft, der ist nicht mehr Herr über sein Gerät. Ohne zu fragen werden Hardware- oder Softwareupdates installiert. Niemand weiß, wozu das gut sein soll. Jeder glaubt, dass damit Sicherheitslücken geschlossen werden, doch es könnte genauso gut individuell abgestimmte Spyware sein.

    Deshalb ist beim Kauf des Computersystems Vorsicht angebracht. Wer die Hintertürchen bereits auf seinem Computer hat, dem kann die beste Antiviren- und Antispysoftware nicht mehr helfen. Der Kauf von Hardware und Software wird zur Vertrauensfrage.

  • Ich werde jetzt meinem Chef auch einmal vorschlagen die Rechner der Konkurrenz zu infizieren. Richterliche Konsequenzen scheint man ja nicht befürchten zu müssen.

  • @ netshadow

    Verzweifelt ist es eher wie unsere Altparteien versuchen den Club Med zum Stillhalten bis nach der Wahl zu bewegen. Aber vermutlich ist Ihnen eine Bankenunion egal.

    Schon mal die Renten- und Kapitallebensversicherungsbescheide gecheckt?

    Ich sehe Bescheide wo die Besitzer das ganze Jahr tausende Euro eingezahlt haben und im Vergleich zu letztem Jahr nicht nur inflationsbereinigt sondern sogar nominal niedrigere Auszahlungsprognosen in den neuesten Prognosen erhielten.

    Die AfD hat vollkommen recht mit ihrem Hinweis dass die Altparteien den Zins unter der Inflationsrate halten um sich in der deutschen Politikerbürokraten-Landschaft fett zu fressen während der kleine Sparer per Inflation und seit neuestem auch noch nominal geschoren wird.

    Schröder und Fischer bekommen ihre Millionen als Berater. Steinbrück für Vorträge und andere für Biografien und Bücher.

    Derjenige der 45 Jahre gearbeitet und gespart hat bezahlt mit Hartz4 und Altersarmut für Politikerbürokraten-Visionen. Gestern in der DDR und heute in der EUdSSR.

  • @ Udo

    Dazu passt es auch dass die Kabelgesellschaften die administrativen Rechte über die Kabelboxen in der Wohnung wollen. Natürlich nur zur Fernwartung für "Fehler". ;-)

    Damit hat man dann Zugriff auf alle angeschlossenen Geräte im Haus solange der Kunde keine DMZ hinter der Kabelboxen einrichtet. Die Telefone die immer öfter auch Kameras enthalten werden aber meistens direkt an die Kabelboxen gehängt und sind damit gute Wanzen.

  • Leider haben Sie vollkommen Recht, sowohl die Amerikaner als auch die Israelis, dürfen über Deutschland bis zum Ende des Jahres 2099 per (Geheim) - Vertrag aus 1949 über uns bestimmen!
    Übrigens, auch die Bildenberg - Gruppe darf bei uns den monitären Weg bestimmen.

  • @ pro-D - Träumer!
    "eigenständig werden wir nur durch die EU" - woher haben Sie denn diese Nummer? Haben Sie mal ernsthaft darüber nachgedacht? Das Bild, was sich zur Zeit ergibt, wenn man alle Puzzleteile zusammensetzt: Die BRD ist eine US-Kolonie und das nicht, weil wir den Krieg verloren haben, sondern weil wir das größte und wirtschaftlich stärkste Land in der Mitte Europa sind. Die anderen EU-Länder sind US-Vasallen, die die Melkkuh auch gelegentlich anzapfen dürfen (wenn noch Milch übrig ist), vorausgesetzt, ihre gekauften Lenker sind Washington gegenüber schön devot. GANZ Europa wird von der BRD aus gesteuert. Brüssel ist eine Lachnummer, da es keine reale Macht hat. Und Sie glauben, wenn wir in der EU aufgehen, dann wird das anders? Wie wollen wir die Amis, die in jedem Land ihre Stützpunkte haben, denn aus Europa rausbekommen? Die werden wohl nicht freiwillig gehen, dafür profitieren sie viel zu sehr von diesem Zustand. Ich denke, es ist genau umgekehrt: Ohne Friedensverträge für Deutschland, das dann die Möglichkeit hat, die Amis in kleinen Portionen vor die Tür zu setzen, bleiben die großartigen VSE von den USA abhängig. Ein einiges starkes Europa wird NUR über ein wirtschaftlich starkes und souveränes Deutschland möglich sein.
    Um überhaupt erstmal Unabhängigkeit zu erlangen, ist es weiterhin erforderlich, daß die Eurokrise so schnell wie möglich gelöst wird - und zwar ohne Rücksicht auf den US-Dollar. Der dritte Punkt ist eine gemeinsame Verteidigung und daraus resultierend eine gemeinsame Außenpolitik. Grenzen, die man nicht verteidigen kann oder die von einem anderen Land verteidigt werden müssen, sind keine Grenzen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%