Cyber-Attacken
USA wollen sich notfalls mit Gewalt wehren

Nach dem chinesischen Hackerangriff auf Google-Postfächer schlägt die US-Regierung schärfere Töne an. Künftigen Cyber-Attacken will das amerikanische Verteidigungsministerium unter Umständen auch mit Gewalt begegnen.
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SingapurDie USA wollen Verteidigungsminister Robert Gates zufolge notfalls auch gewaltsam gegen Computer-Hacker vorgehen. „Wir nehmen die Cyber-Bedrohung sehr ernst“, sagte Gates am Samstag in Singapur. Solche Angriffe seien verschiedensten Ursprungs. Sollten sie als kriegerische Handlungen betrachtet werden, seien die USA zum Einsatz von Gewalt bereit, betonte der Verteidigungsminister bei einem Sicherheitstreffen. Schnellstmöglich müssten Regeln aufgestellt werden, um ernste internationale Spannungen zu verhindern. „Die Leute müssen wissen, welches Verhalten tatsächlich eine kriegerische Handlung darstellen könnte.“

Der mit China im Dauerkonflikt liegende US-Internetgigant Google war in den vergangenen Tagen Opfer einer Attacke geworden, bei der Google-Mail-Nutzern durch sogenanntes „Phishing“ Passwörter entlockt werden sollten. Ins Visier geraten waren auch US-Regierungsvertreter und chinesische Menschenrechtler. Laut Google kam der Angriff aus China.   

Zwar machten weder Google noch die US-Regierung die chinesische Führung verantwortlich. Doch das Washingtoner Außenministerium forderte die Pekinger Regierung zu Ermittlungen auf. Neben Google waren zuletzt auch der US-Militärriese Lockheed Martin und der japanische Unterhaltungskonzern Sony Opfer von Hacker-Angriffen geworden.  

Gates sagte, dass der Ursprung solcher Attacken schwer zu lokalisieren sei und dass sich die militärischen Beziehungen zwischen den USA und China verbesserten. Er betonte aber auch, dass die USA hinter ihren Verbündeten in Asien stünden. Die militärische Präsenz in Asien werde nicht unter den klammen US-Haushaltskassen oder den sich in die Länge ziehenden Kriegen im Irak und in Afghanistan leiden.  

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Cyber-Attacken: USA wollen sich notfalls mit Gewalt wehren"

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  • Als der CIA und der Mossad die Atomanlagen im Iran sabotierten, war das natürlich was anderes, gell.
    Was Du nicht willst, das man Dir tut, das für auch keinem andern zu.

    Weltweit dürfte es keinen Diktator geben, an dessen Händen so viel Blut klebt, als an denen des CIA.
    Also Amis, erst mal vor der eigenen Türe kehren und sich nicht wundern, wenn andere die selben Mittel anwenden.

    Wenn die Amis schon Regeln (für andere!!) aufstellen, dann sollten sie sich auch selbst daran halten und sie nicht ausschließlich bei anderen einfordern.

    Erinnert mich alles an den Sachsen-Sumpf. Dank de Maiziere wurde der Rechtsstaat außer Kraft gesetzt, um nicht seine ganzen Parteigenossen in den Knast, bzw. die Kinderf*cker in die Klapsmühle zu schicken. Und dann noch ein paar Unschuldige in den Knast schicken, u.a. auch mich, um die Rechtstaatlichkeit zu wahren.

    So löst man Probleme – denken die!!!

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