Dachorganisation fordert Einsatz von besseren Technologien
Energiebranche sorgt sich um das Klima

Die Klimaveränderung auf der Erde ist eine „tödliche Bedrohung“ für die Menschheit und die „ernsthafteste Umweltproblematik, mit der die Welt konfrontiert ist“. Derart alarmierende Aussagen kennt man bisher nur von Umweltschützern. Doch diesmal hat Preston Chiaro, Chef des südafrikanischen Rohstoffkonzerns Rio Tinto, seine Sorgen formuliert.

SYDNEY. Chiaro ist einer von 2500 Vertretern der Energie- und Rohstoffwirtschaft aus über 90 Ländern, die sich in dieser Woche zur Konferenz des Weltenergierates in Sydney getroffen haben. Der Rat ist die umfassendste Dachorganisation der globalen Energiewirtschaft. Und Chiaro hat mit seiner Aussage den Tenor der einwöchigen Konferenz getroffen: Energieerzeuger müssen sich aktiver dem Thema Klimaschutz stellen als bisher, wenn sie langfristig profitabel bleiben wollen.

Die Welt verbraucht heute pro Tag eine Menge an Energie, die dem Equivalent von 200 Millionen Fass Rohöl entspricht. 86 Prozent davon stammen aus den drei fossilen Brennstoffen Kohle, Gas und Öl – jenen Ressourcen mit den meisten Treibhausgas-Schadstoffen also. Dagegen entfällt auf schadstoffarm gewonnene Energie – einschließlich der Kernkraft – nur der Bruchteil von knapp einem Sechstel.

Auf absehbare Zeit wird sich daran wenig ändern: Wegen des wachsenden Bedarfs in den Schwellenregionen Asiens und Lateinamerikas wird die globale Nachfrage nach Energie in den nächsten zwei Jahrzehnten weiter steigen. Parallel dazu könnte sich der weltweite Kohlendioxidausstoß bis zum Jahr 2050 verdoppeln, wenn die Menschheit nicht ernst macht mit Energiesparmaßnahmen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie des „World Business Council for Sustainable Development“, die zum Auftakt des Energiekongresses in Sydney vorgestellt wurde. Um den Ausstoß tatsächlich zu verringern, müsse die Industrie umgehend radikal auf Erdgas, Kernkraft und erneuerbare Energien umstellen, so der Befund.

Einige Energieriesen folgen diesem Weg bereits: Die Shell Solar GmbH (München) und der Projektentwickler Geosol (Berlin) haben gestern südlich von Leipzig das weltweit größte Solarstrom-Kraftwerk in Betrieb genommen. Die Anlage in Espenhain mit einer Leistung von fünf Megawatt wurde von Bundesumweltminister Jürgen Trittin eingeweiht. Sie speist Strom aus 33 500 Solarmodulen in das Netz ein und kann den Bedarf von 2000 Haushalten decken.

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