Dänemark
Grönländer übernehmen Grönland

Es ist ein weiterer Schritt zu mehr Unabhängigkeit von Dänemark. Grönland hat die Selbstverwaltung eingeführt. Für die dänische Königin ändert sich allerdings nichts.

HB KOPENHAGEN. Grönland hat am Sonntag zum Nationalfeiertag die Selbstverwaltung eingeführt. Für viele Bewohner ist dies ein weiterer Schritt zur Unabhängigkeit von Dänemark. In einem Referendum hatte sich im November eine Mehrheit für die erweiterte Autonomie ausgesprochen. Das dazu mit Dänemark ausgehandelte Abkommen trat nun am Sonntag in Kraft.

Polizei und Gerichtsbarkeit übernehmen die Grönländer nun selbst. Grönländisch wurde als offizielle Landessprache festgelegt. Die Regierung in Kopenhagen, die die grönländische Wirtschaft zu zwei Dritteln subventioniert, ist aber weiterhin zuständig für die Außen- und Verteidigungspolitik. Und die dänische Königin Margrethe bleibt das formelle Staatsoberhaupt Grönlands.

Margrethe und der dänische Ministerpräsident Lars Lökke Rasmussen nahmen in der Hauptstadt Nuuk an einer Feier zur Erweiterung der Autonomie teil. Beide trugen grönländische Trachten. „Es ist ein großer Moment für mich, Ihnen und damit dem grönländischen Volk diese Dokumente zur Selbstverwaltung zu übergeben“, sagte die Königin zu Parlamentspräsident Josef Motzfeldt. Lökke Rasmussen erklärte: „Heute ist ein Tag großer Verantwortung.“

Grönland hat rund 57 000 Einwohner, ist aber etwa sechs Mal so groß wie Deutschland. Rund 80 Prozent der Inselfläche sind eisbedeckt. Mit dem Abschmelzen des Eises mehren sich die Hoffnungen auf die Entdeckung natürlicher Ressourcen. 1775 wurde Grönland zur dänischen Kolonie, von 1953 bis 1979 war das Gebiet eine Provinz.

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