Damaskus
Mehrere Tote bei Anschlag auf US-Botschaft

Islamische Extremisten haben die US-Botschaft in Damaskus attackiert. Drei von insgesamt vier Angreifern sollen von syrischen Anti-Terror-Einheiten getötet worden sein. Über den genauen Ablauf des morgendlichen Anschlags gibt es unterschiedliche Darstellungen.

HB DAMASKUS. Syrische Anti-Terror-Einheiten erschossen drei Bewaffnete und brachten die Situation unter Kontrolle, wie das Innenministerium mitteilte. Ein vierter Angreifer wurde verletzt und ein chinesischer Diplomat von einem Streifschuss getroffen. Die syrische Regierung sprach von einem Terrorangriff.

Die vier Islamisten versuchten nach Angaben des staatlichen Fernsehens, das stark gesicherte Botschaftsgebäude mit Hilfe von automatischen Waffen, Handgranaten und mindestens einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug zu stürmen. Offenbar gelang es ihnen aber nicht, die Absperrungen vor dem Gelände zu überwinden. Augenzeugenberichten wurde auch ein Wachmann getötet, die Regierung bestätigte dies zunächst nicht.

Über den genauen Ablauf des morgendlichen Angriffs gab es unterschiedliche Darstellungen. Das syrische Fernsehen berichtete von einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug, das aber nicht zur Explosion gebracht worden sei. Die Bombe sei entschärft worden. Ein Augenzeuge schilderte dagegen, die Angreifer seien aus einem Fahrzeug gesprungen, hätten die syrischen Wachleute vor der Botschaft beschossen und den Wagen in die Luft gesprengt. Fernsehbilder zeigten sowohl ein ausgebranntes Fahrzeug als auch einen Wagen mit Sprengstoff.

Bilder: Gefechte im Diplomatenviertel

Ein chinesischer Diplomat, der sich auf dem Gebäude seiner Botschaft in unmittelbarer Nachbarschaft aufhielt, wurde von einem Streifschuss leicht verletzt und in ein Krankenhaus gebracht, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Polizei riegelte den Stadtteil Abu Rummaneh ab, in dem mehrere Botschaften liegen. Rettungswagen und Fahrzeuge der Feuerwehr eilten an den Ort der Schießerei.

In Washington bestätigte ein Sprecher des US-Außenministeriums den Angriff. Die syrischen Behörden hätten reagiert und seien vor Ort, sagte der Ministeriumssprecher Kurtis Cooper. Ein Syrer, der in der US-Botschaft arbeitete, erklärte, es sei kein Amerikaner verletzt worden.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, die deutsche Botschaft sei nicht betroffen. Das Botschaftsgebäude befindet sich nicht in unmittelbarer Nähe der US-Vertretung.

Der Krieg zwischen der Hisbollah und Israel hat den Antiamerikanismus in Syrien weiter angefacht. Dort kam es bereits zuvor zu Übergriffen islamischer Extremisten. Im Juni kamen bei einem Feuergefecht in der Nähe des Verteidigungsministeriums fünf Menschen ums Leben.

Die Beziehungen zwischen Damaskus und Washington sind seit Jahren angespannt. Die Regierung von US-Präsident George W. Bush wirft der Führung unter Staatspräsident Baschar al-Assad vor, sie unterstüzte Terroristen im Irak, im Libanon und den Palästinensergebieten. Washington hatte seinen Botschafter im vergangenen Jahr nach der Ermordung des syrienkritischen früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri aus Damaskus abgezogen.

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