Damaskus
Syriens Innenminister begeht Selbstmord

Der syrische Innenminister Ghasi Kanaan hat in seinem Büro in Damaskus Selbstmord begangen. Er habe sich mit seiner Pistole erschossen und sei sofort tot gewesen. Kreise vermuten einen Zusammenhang mit dem Mord am libanesischen Regierungschef Hariri.

HB DAMASKUS. Kanaan war der frühere syrische Sicherheitschef im Libanon. Er war daher von dem deutschen Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis im September zum Mord an dem libanesischen Ex-Regierungschef Rafik Hariri befragt worden. In wenigen Tagen wird ein Untersuchungsbericht der Vereinten Nationen zu dem Attentat erwartet.

Wenige Stunden vor seinem Tod hatte der syrische Innenminister dem christlichen libanesischen Radiosender Voice of Lebanon ein Interview gegeben. Darin wehrte er sich gegen Vorwürfe, die zuvor in den libanesischen Medien gegen ihn erhoben worden waren. Diese hatten ihn als korrupten Drogenboss bezeichnet. In dem Interview sagte er, dies werde wohl „seine letzte Erklärung“ sein.

Der syrische Informationsminister Mahdi Dachlallah schloss aus, dass Kanaan umgebracht wurde. Die Stabilität Syriens sei durch den Selbstmord nicht bedroht, fügte er hinzu. Auf die Frage, ob er einen Zusammenhang zwischen dem Tod seines Kabinettskollegen und den Ermittlungen des UN-Teams zum Hariri-Mord sehe, antwortete er: „Diese Beschuldigungen kommen von den Feinden Syriens“.

Der Mord an Hariri hatte im Libanon massive Proteste der anti-syrischen Opposition ausgelöst, die Damaskus für das Attentat verantwortlich machte. Wachsender internationaler Druck hatte Syrien schließlich dazu gebracht, seine Truppen nach fast drei Jahrzehnten aus dem Nachbarland abzuziehen.

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