Dank für die Stabilität
Saudischer König verteilt Geld an sein Volk

In seiner ersten öffentlichen Ansprache seit dem Beginn der Proteste in der arabischen Welt hat der saudische König Abdullah seinen Untertanen unter anderem Geldgeschenke versprochen.
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Kairo/Riad/ManamaAngesichts der auch in Saudi-Arabien aufkeimenden Rufe nach Demokratie hat das Herrscherhaus eine Reihe von Reformen und finanziellen Wohltaten beschlossen. In seiner Rede nach den Freitagsgebeten dankte König Abdullah den Sicherheitskräften und den Bürgern dafür, dass sie die Stabilität des Landes erhalten haben. Ein Nachrichtensprecher verlas im Anschluss eine Reihe königlicher Erlasse, die unter anderem eine Erhöhung des Mindestlohns und Bargeldgeschenke ankündigten.

So soll beispielsweise jeder arbeitslose Saudi ab sofort pro Monat 2000 Rial (377 Euro) Arbeitslosengeld erhalten. Für Einheimische wurde ein Mindestlohn in Höhe von 3000 Rial pro Monat festgelegt. Für die vielen im islamischen Königreich beschäftigten ausländischen Arbeiter gilt dies jedoch nicht.

König Abdullah befahl unter anderem auch die Einrichtung einer Behörde zur Bekämpfung der Korruption, den Bau neuer Wohnungen sowie die Renovierung zahlreicher Moscheen. Auch die Behörde der islamischen Religionspolizei, die von liberalen Saudis gehasst wird, soll eine Finanzspritze erhalten.

Der saudische König richtet sich selten persönlich an sein Volk. Der Ansprache vom Freitag waren in den vergangenen Wochen eine Reihe kleinerer Demonstrationen vorausgegangen. Obwohl sich an den Kundgebungen jeweils nur einige Dutzende Menschen beteiligten, scheint der 86-jährige Monarch darüber besorgt, dass die sich die Proteste - inspiriert durch die Entwicklungen in der arabischen Welt - ausweiten könnten.

Saudi-Arabien ist eine absolute Monarchie und das Land mit den größten erschlossenen Erdöl-Reserven der Welt. Gewählte Volksvertreter gibt es mit Ausnahme einiger Kommunalpolitiker nicht. Frauen dürfen in dem arabischen Land, dessen Staatsreligion eine puritanische Interpretation des sunnitischen Islam ist, auch an den Kommunalwahlen nicht teilnehmen.

Im Sog der arabischen Aufstände hatte es in den vergangenen zwei Wochen auch in Saudi-Arabien kleinere Protestdemonstrationen gegeben. Die Proteste beschränkten sich allerdings auf die Ost-Provinzen, wo Angehörige der schiitischen Minderheit leben. Saudi-Arabien hatte Anfang dieser Woche 1000 Soldaten in das kleine Nachbarland Bahrain geschickt, wo vorwiegend schiitische Oppositionelle demokratische Reformen fordern.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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