Darlehen
Opel winkt Kredit von Europäischer Investitionsbank

Die Europäische Investitionsbank (EIB) wird dem angeschlagenen Autobauer Opel voraussichtlich bald ein zinsvergünstigtes Darlehen gewähren. Mit dem Kredit sollen Modelle mit schadstoffarmen Motoren entwickelt werden. Sobald die Zukunft von Opel geklärt ist, kann das Geld fließen.

BRÜSSEL. „Wir sind mit Opel im Gespräch. Es geht um ein Kreditvolumen von 400 Millionen Euro“, sagte EIB-Vizepräsident Matthias Kollatz-Ahnen dem Handelsblatt. Die EIB dürfe das Geld allerdings erst dann freigeben, wenn die Zukunft des Unternehmens geklärt sei. Ob sich Opel vom US-Mutterkonzern General Motors trenne oder nicht, sei für die EIB dabei nicht von Belang. Die EU-Hausbank müsse lediglich sicherstellen, dass ihr Kredit im Falle einer Abspaltung von General Motors nicht etwa genutzt werde, um die Eigenkapitaldecke von Opel zu stärken. „Die EIB darf ihren Statuten zufolge keine Eigenkapital-Spritzen vergeben. Es kommt aber in Betracht, die neue Modell-Palette von Opel mit Krediten zu fördern“, sagte der EIB-Vizepräsident.

Das Luxemburger Institut dürfe daher keinen Kredit an Opel vergeben, solange der Autobauer mitten in der Umgestaltung stecke. Dieser Zustand wird nach Einschätzung des EIB-Managers allerdings nicht mehr lange andauern. „Sobald die Zukunft von Opel geklärt ist, können wir einen Kredit bewilligen. Ich erwarte, dass die Zukunftsentscheidung in sechs bis acht Wochen getroffen sein wird.“

Insgesamt habe die EIB seit Dezember letztes Jahres Kredite in Höhe von 1,2 Mrd. Euro für deutsche Automobil-Standorte bewilligt, sagte Kollatz-Ahnen. Das Geld gehe an Volkswagen, BMW und Daimler. In Kürze werde die EIB einen weiteren Kredit in Höhe von 600 Mio. Euro für Ford freigeben. Davon seien 200 Mio. Euro für die deutschen Ford-Werke bestimmt, der Rest geht an den rumänischen Standort des Herstellers.

Für alle Autokonzerne und Zulieferer stellt die EIB in der ersten Hälfte dieses Jahres zinsvergünstigte Darlehen in Höhe von sieben Mrd. Euro bereit. Das Geld ist für die Entwicklung und den Bau umweltfreundlicher Autos mit reduziertem CO2-Ausstoß bestimmt sowie für Auto-Produktionsstandorte in strukturschwachen Regionen in Mittel- und Osteuropa. „Derzeit fließen insgesamt 1,4 Mrd. Euro EIB-Kredite an die deutschen Auto-Standorte. Insgesamt ist der Anteil der deutschen Hersteller an den EIB-Programmen aber höher. Denn zusätzliche Kredite gehen an ausländische Töchter und Standorte der deutschen Konzerne“, sagte Kollatz-Ahnen.

Beispielsweise habe die EIB ein Kredit für den schwedischen Nutzfahrzeug-Hersteller Scania bewilligt, an dem Volkswagen beteiligt ist. Erst am Dienstag genehmigte der EIB-Verwaltungsrat zudem ein Darlehen für ein Volkswagen-Werk in Indien, wo schadstoffarme Kleinwagen für den indischen Markt hergestellt werden. Die EIB hat außerdem bereits Darlehen für Renault, PSA, Nissan, Volvo und Fiat bewilligt.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel
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