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Das Chaos in New Orleans hat einen Namen

Die Schlagzeilen der Tageszeitungen in Louisiana brüllen es von den ersten Seiten: „Feuert den Fema-Boss.“

HB NEW ORLEANS. Der Schuldige für die schleppenden Hilfeleistungen nach der Flutkatastrophe im Süden der USA scheint gefunden. Sein Name: Michael Brown. Sein Job: Leiter der Federal Emergency Management Agency (Fema). Seine Stellenbeschreibung: oberster Katastrophenschützer des Landes.

Viel zu langsam, zu unvorbereitet, zu unprofessionell und dilettantisch habe seine Behörde reagiert. Die ist als eine von 22 Abteilungen dem von Präsident George W. Bush geschaffenen „Homeland Security Department“ unterstellt, dem Heimatschutzministerium.

Gebrochene Deiche, eine fast vollständig überflutete Millionenstadt, womöglich mehr als 10 000 Tote und unzählige Obdachlose – die Kritik am Krisenmanagement der Regierung wird immer lauter. „Michael Brown und die andern Fema-Bosse müssen gehen“, fordert New Orleans Bürgermeister Ray Nagin. Jack Stevens, Sheriff der Gemeinde St. Bernard, die es besonders schlimm getroffen hat, klagt: „Die Fema hat uns im Stich gelassen.“ Selbst Newt Gingrich, republikanischer Parteifreund von Präsident Bush, räumt ein: „Das System hat versagt.“

Und was sagt der Präsident? „Brownie, du hast einen phantastischen Job gemacht.“ Dieses Zitat, inzwischen ein paar Tage alt und von Bush bei seinem ersten Besuch im Katastrophengebiet fallen gelassen, lässt die Amerikaner kollektiv den Kopf schütteln. Genauso wie die Überlegung hochrangiger Zuarbeiter des Weißen Hauses, dem Fema-Funktionär auch noch die Freiheitsmedaille des Präsidenten zu überreichen, die höchste zivile Auszeichnung für einen US-Bürger.

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