Zum Verhängnis wurden Spitzer offenbar dubiose Bareinzahlungen auf Konten von Scheinfirmen. Das erregte die Aufmerksamkeit der Steuerfahnder, die wiederum die Anti-Korruptionseinheit der Bundespolizei FBI informierten. Der Hintergrund: Um die Diskretion zu wahren, bot der Call-Girl-Ring seinen betuchten Kunden an, die Zahlungen für Sex-Dienste auf die Konten von Scheinfirmen wie "QAT Consulting" vorzunehmen. Spitzer war jedoch vorsichtig genug, keine elektronischen Überweisungen zu tätigen, sondern schickte den Liebessalär lieber per Kurier.
Dennoch kamen die Ermittler ihm auf die Schliche als er Mitte Februar telefonisch eine Prostituierte von New York nach Washington bestellte. Das Gespräch wurde vom FBI abgehört, sein Inhalt findet sich jetzt in den Ermittlungsakten. Demnach traf sich Spitzer mit dem Model "Kristen" im Raum 871 in der Nobelherberge Mayflower in Washington. Die Personenbeschreibung des "Emperors Club VIP" ließ keine Verwechslung zu: die "zierliche" Dame sei brünett, etwa 1,70 Meter groß, 47 Kilogramm schwer und "hübsch", ließ der Call-Girl-Ring den Gouverneur wissen. Der bedankte sich mit dem Wort "wundervoll".
Seinen zweistündigen Seitensprung am Vorabend des Valentinstages ließ sich Spitzer 4 300 Dollar kosten. Außerdem zahlte er "Kristen" noch die Reisepesen für den Liebestrip nach Washington. Am nächsten Morgen schlüpfte der Gouverneur zurück in die Rolle des aggressiven Politikers und forderte bei einer Anhörung vor dem Kongress die krisengeschüttelten Anlei-heversicherer ultimativ auf, ihre Bilanzen in Ordnung zu bringen.
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