„Das ist der Beginn der dritten Intifada“
„Willkommen Tod"

In Gaza brodelt es: Entsetzen, Wut und Trauer bestimmen nach der gezielten Tötung des Hamas-Führers Scheich Ahmed Jassin das Bild in der Palästinenser-Stadt. Israel habe das Tor zur Hölle geöffnet, die Antwort werde wie ein schweres Erdbeben sein, kündigt seine radikalislamistische Organisation an.

HB GAZA. „Er war etwa eineinhalb Stunden in der Moschee“, berichten Einwohner in Gaza-Stadt aufgeregt. Nach dem Frühgebet hatten seine Begleiter ihn zurück in sein einige hundert Meter entferntes Haus bringen wollen. „Als seine Leibwächter den Rollstuhl auf die Straße schoben, feuerten die Hubschrauber Raketen auf ihn und seine Leute“, berichten aufgebrachte Anwohner. Nach drei Einschlägen liegt der Rollstuhl von Jassin in blutverschmierten Stücken am Boden. „Das ist der Beginn der dritten Intifada“, sagt der Palästinenser Salem Hamdan schockiert.

Wie er wollen viele seiner Landsleute die Nachricht von der gezielten Tötung des 67-Jährigen erst nicht glauben. Sie eilen zum Schiffa-Krankenhaus, um ihn und seine getöteten Leibwächter zu sehen. Es herrscht Entsetzen. „Ich habe nicht gedacht, dass Israel Scheich Jassin eines Tages töten könnte“, sagt Hamdan. Der Aufstand gegen Israel werde nun heftiger werden.

„Willkommen Tod. Ich fürchte mich nicht“, habe Scheich Jassin immer gesagt, weiß Mohammed Ibrahim (25). Der Hamas-Führer, der erst im vergangenen September einem Bombenangriff entkommen war, wohnte in seiner Nachbarschaft. Nun, so sagt er wütend, sei er regelrecht zerfetzt worden.

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