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Das Konklave: „Habemus Papam“

Der neue Papst wird von einem Konklave gewählt, das aus den Kardinälen der römisch-katholischen Kirche besteht. Das Prozedere in der Sixtinischen Kapelle ist bis ins Detail geregelt – bis der weiße Rauch aufsteigt.

Der weiße Rauch zeigt an: Ein neuer Papst wurde gewählt. Quelle: dpa
Der weiße Rauch zeigt an: Ein neuer Papst wurde gewählt. Quelle: dpa

RomBei der Wahl des neuen Papstes wird nichts dem Zufall überlassen: Zahl, Höchstalter und Kleidung der Kardinäle sind ebenso festgelegt wie Eidesformeln, Gebete und das Aussehen der Wahlzettel. Wer neuer Bischof von Rom wird, erfährt die Welt beim „Habemus Papam“. Wer im Konklave für oder gegen das neue Oberhaupt stimmte, soll sie nie erfahren. Die Kardinäle müssen absolute Verschwiegenheit schwören, Techniker sollen Lauschangriffe abwehren.

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Seit Alexander III. (1159-1181) wählen die Kardinäle den Papst mit einer Zweidrittel-Mehrheit. Diese war nicht immer leicht zu finden: Im 13. Jahrhundert soll den Bürgern der italienischen Stadt Viterbo angesichts eines 18 Monate dauernden Ringens der Geduldsfaden gerissen sein: Sie sperrten die Kardinäle im Palast ein und setzten sie bei Wasser und Brot auf karge Kost. Schließlich ließen sie das Dach abdecken, damit Regen, Kälte und Hitze die Wahl beschleunigten. Dennoch dauerte das Konklave drei Jahre, bis Gregor X. sein Amt antrat.

Der Papst tritt zurück Die Nachfolge-Debatte ist eröffnet

Der Rücktritt kam selbst für enge Vertraute überraschend. Kardinal Meisner hielt ihn für einen Scherz. Doch schon gibt es einen Zeitplan für die Papst-Nachfolge. Der Tag im Rückblick im Liveblog von Handelsblatt Online.

Eingeführt wurde das Konklave, das sich vom lateinischen „cum clave“ (mit dem Schlüssel) ableitet, beim Konzil von Lyon im Jahr 1274. Den Mitgliedern bieten die rund 130 Gemächer des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ heute eher schlichten Komfort als Wasser und Brot. Wahlberechtigt sind Kardinäle unter 80 Jahren. Das Konklave muss spätestens 20 Tage nach dem Tod oder wie aktuell nach dem Rücktritt des Papstes beginnen.

Papst Benedikt XVI. war viel unterwegs

  • September 2012

    Papst Benedikt XVI. besucht den Libanon.

  • März 2012

    Eine Reise führt den Papst nach Mexiko und Kuba.

  • September 2011

    Sein Deutschlandbesuch führt Benedikt XVI. nach Berlin, Thüringen und Freiburg.

  • August 2011

    Als Stammgast beim Weltjugendtag ist der Papst dieses Mal in Madrid zu Gast.

  • November 2010

    In Spanien besucht er Santiago de Compostela und Barcelona.

  • September 2010

    Auslandsreise nach Großbritannien.

  • Mai 2009

    Der Papst besucht das Heilige Land.

  • März 2009

    Besuch in Kamerun und Angola.

  • September 2008

    Apostolische Reise nach Frankreich. Anlass ist der 150. Jahrestag der Erscheinungen von Lourdes.

  • Juli 2008

    Weltjugendtag in Sydney in Australien.

  • April 2008 -

    Auslandsreise in die USA und Auftritt bei der UN.

  • September 2006

    Heimatreise nach Bayern.

  • Juli 2006

    Weltfamilientreffen in Valencia in Spanien.

  • Mai 2006

    Papst Benedikt XVI. reist in das Heimatland seines Vorgängers nach Polen.

  • August 2005

    Der Papst auf dem Weltjugendtag in Köln.

Von der Cappella Paolina ziehen die anwesenden Wahlberechtigten in Chorkleidung und feierlicher Prozession in die Sixtina. Dabei erflehen sie mit dem Gesang „Veni Creator“ den Beistand des Heiligen Geistes. Der Gewählte muss nach Kirchenrecht weder Bischof noch Kardinal sein, nicht einmal Priester, sondern nur ein männlicher, gläubiger und unverheirateter Katholik bei klarem Verstand. Tatsächlich wählen die Kardinäle aber seit Jahrhunderten einen Vertreter aus ihrem Kreis.

Dokumentation „Meine Kräfte reichen nicht mehr aus“

Völlig überraschend hat der Papst seinen Rücktritt angekündigt. Wir dokumentieren die Erklärung von Benedigt XVI im Wortlaut. Die Übersetzung aus dem lateinischen stammt von Radio Vatikan.

Die Kardinäle schwören ebenso wie Beichtväter, Ärzte, der Tischdienst und die Putzkolonne Verschwiegenheit. Sie dürfen keine Briefe schreiben oder empfangen, nicht telefonieren oder auf andere Weise Kontakt zur Außenwelt aufnehmen. Nach dem Einzug in die Sixtinische Kapelle legen die Kardinäle den Eid ab. Der Zeremonienmeisters befiehlt: „Extra omnes“ – alle außer den Kardinälen müssen die Sixtina verlassen. Jeder Kardinal erhält wenigstens zwei oder drei Stimmzettel. Auf diesen stehen bereits die Worte „Eligo in Summum Pontificem“ (Zum Papst wähle ich ...).

  • 11.02.2013, 16:15 UhrWFriedrich

    Obwohl ich einer anderen christlichen Gemeinschaft angehöre, habe ich Bendikt XVI gemocht. Er war geradlinig. Geradlinigkeit gibt Halt in einer Zeit, in der moralische Werte zu häufig dem Zeitgeschmack unterworfen werden. Die aktuelle, lebhafte Debatte wäre ohne kantige Profile undenkbar. Vermutlich hat Benedikt - weit über seine Person hinaus gehend - eine Richtungsenscheidung getroffen. Die Führung einer Weltreligion in unserer globalen Welt erfordert volles Engagement. Volle Leistungsfähigkeit ist unverzichtbar geworden, weil Religionen heute so selbstverständlich im Wettbewerb stehen, wie weltliches und wissenschaftliches Gedankengut. Spätere Generationen werden die Bedeutung seines Schrittes weit besser begreifen und bewerten, als wir dazu heute in der Lage sind.

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