„Das macht mir wirklich gute Laune“: Chinas Premier signalisiert Ende aller Spannungen

„Das macht mir wirklich gute Laune“
Chinas Premier signalisiert Ende aller Spannungen

Welchen Wert Chinesen auf Symbolik legen, weiß in der Bundesregierung seit dem Dalai Lama-Ärger vor einem Jahr eigentlich jeder. Deshalb ist die Botschaft des Tages bereits klar, als Wen Jiabao an der Seite von Angela Merkel im Kanzleramt vor die Kameras tritt und ein Dauerlächeln aufsetzt: Der chinesische Ministerpräsident ist diesmal nach Berlin gekommen, um Versöhnung zu demonstrieren. Nichts anderes. In der Krise heißt es für die Exportnationen eins und zwei schließlich enger zusammen zu rücken.

BERLIN. Um das zu demonstrieren, spart Wen nicht an Gesten, er wirft sie geradezu unter das Journalistenvolk. Er zitiert Schiller, später vor deutschen Industriellen auch noch Goethe – als Tribut der alten Kulturnation an die nicht ganz so alte. Als vor dem Kanzleramt einige Schneeflocken vom Himmel fallen, entlockt ihm das nicht etwa eine abfällige Bemerkungen über das Berliner Schmuddelwetter; nein, „Schnee ist ein gutes Vorzeichen für ein gutes neues Jahr“, freut sich Wen. Ausgerechnet den griesgrämigen Berlinern macht er vor, wie man auch im Schlechten noch das Positive sehen kann. Schließlich stehe sein Besuch in Europa ja auch unter dem Motto „Reise der Zuversicht“. Wen, der Staatenlenker auf Mutmacher-Tour.

Das passt zwar nicht ganz zu dem etwas verkniffenen Gesichtsausdruck der Kanzlerin neben ihm. Aber inhaltlich sind sich beide tatsächlich einig wie nie: Beide Länder brauchen einander mehr denn je. Sorgen um die eigene Exportwirtschaft hatten in den vergangenen Wochen schließlich sowohl Wen als auch Merkel die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. Selbst für die Kernindustrien brachen die Aufträge ein.

Doch jetzt spielt Wen den verspäteten Weihnachtsmann. Denn schon bald, so betont er an diesem Tag gleich mehrfach, wird eine chinesische Delegation auf Einkaufstour in Deutschland gehen. In den Augen der Manager blitzt die Freude über mögliche Milliarden-Aufträge, die Kanzlerin nickt zufrieden. Wirtschaftsminister Michael Glos wird später im Gegenzug betonen, dass man natürlich keine Einwände gegen einen Einstieg chinesischer Staatsfonds bei deutschen Unternehmen habe – vor zwei Jahren hatte die Große Koalition selbst noch dieses Schreckgespenst an die Wand gemalt, um eine Verschärfung des Außenwirtschaftsgesetzes zu begründen.

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