Das Netz debattiert die Krawalle von Baltimore
Twitterer fordern „Gerechtigkeit für jeden“

Nach der Trauerfeier für Freddie Gray  kommt es in Baltimore zu schweren Ausschreitungen. Warum musste der 25-jährige Schwarze sterben? Via Twitter machen Tausende Nutzer gegen Rassismus mobil. Der Meinungskampf im Netz.
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DüsseldorfNach der Trauerfeier für den schwarzen Freddie Gray ist es in Baltimore in der Nacht zu Dienstag zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen gekommen. In der US-Metropole brannten Autos, Polizisten wurden verletzt. Seit dem Tod des 25-Jährigen ist die Wut in offene Aggression umgeschlagen. Auch auf Twitter tobt der Meinungskampf. Tausende Nutzer rufen hier zum Kampf gegen Rassismus in den USA auf.

So wurde das Foto einer afroamerikanischen Frau, die ein Demonstrations-Plakat mit der Aussage „Mir zu sagen, ich sei von Rassismus besessen, ist wie mir beim Ertrinken zu sagen, ich wäre vom Schwimmen besessen“ über tausend Mal geteilt.

Ein weiterer viel erwähnter Tweet spricht von einem „schwarzen Genozid des 21. amerikanisches Jahrhunderts.“ Der Tweet fordert „Gerechtigkeit für jeden. Steht auf gegen die USA.“ Angehängt ist der Aufforderung ein Foto, das den verstorbenen Freddy Gray zeigt. Er hat einen Strick um den Hals. Der Strick hat die Farben der amerikanischen Flagge.

Gray war eine Woche nach seiner Festnahme am 19. April an Rückenmarksverletzungen in Polizeigewahrsam gestorben.

Aber auch kleine Helden der Proteste kürt das Netz: „Gebt ihnen keinen Grund, gebt ihnen keinen Grund“, schreit ein Mann im Video, der vor einer Polizei-Hundertschaft seine Mitdemonstranten davon abhält, gewalttätig zu werden. Kommentare wie „This is a perfect proof. Nice catch, my friend“ sind unter diesem Clip zu lesen.

Für Aufmerksamkeit sorgt derzeit zudem ein Foto eines jungen Mädchens. Auch sie hält ein Plakat in die Kamera. Die Aufschrift: „Hier geht's nicht um einen Mann, das hier ist struktureller Rassismus in einem Land, aufgebaut auf schwarzer Sklaverei.“

Doch nicht alle auf Twitter haben Verständnis für die Auseinandersetzungen mit der Polizei in Baltimore. Auch viele kritische Tweets finden Unterstützer. So wird ein Video tausend Mal geteilt, das einen Interviewpartner der ABC zeigt. Der Interviewte steht zwischen den Demonstranten in Baltimore und schreit: „Das ist doch nicht der Weg, einen Protest zu führen. Das ist nicht richtig. Für was? Wenn ihr eine Stimme erheben wollt, dann macht es auf dem richtigen Weg.“

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„Wir brauchen mehr hier von. Und wir hätten es gestern gebraucht“, kommentierte ein Nutzer dieses Video.

Der zweite Tweet der „YoungConservativs“ kam bei vielen Kritikern ebenso gut an wie das von ihnen verbreitete ABC-Video.


Thomas Terhorst
Thomas Terhorst
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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