„Das Risiko ist hoch“ Irland und Portugal schielen auf EU-Nothilfe

Kurz vor dem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel steht Europa in der Schuldenkrise vor neuen Rettungsaktionen. Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass neben dem klammen Irland auch Portugal bald unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen und Milliarden abrufen könnte. Am Abend gab die EU-Kommission eine neue Einschätzung ab.
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Portugal in Not: Nothilfe immer wahrscheinlicher. Quelle: Reuters

Portugal in Not: Nothilfe immer wahrscheinlicher.

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HB LISSABON. Inmitten der Spekulationen über Milliarden-Hilfen der EU für Irland deutet nun überraschend auch Portugal eine mögliche Hilfsbedürftigkeit an. Es gebe ein hohes Risiko, dass sein Land um ausländische Hilfe nachfragen müsse, sagte Portugals Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos am Montag der „Financial Times“. „Das Risiko ist hoch, weil wir nicht nur einem nationalen oder Landes-Problem gegenüberstehen“, sagte er. „Es sind die Probleme von Griechenland, Portugal und Irland. Es ist nicht ein Problem nur unseres Landes."

Im Fall Irlands sieht die EU-Kommission indes derzeit keine Notlage. „Der Bedarf ist bis Sommer nächsten Jahres gedeckt“, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Montag mit Blick auf Irlands Versorgung mit Krediten. Die Lage der öffentlichen Finanzen in dem Land sei aber „ernst“. Die Kommission sei mit den irischen Behörden in engem Kontakt. Das sei normal, es werde dabei kein Hilfsprogramm verhandelt.

Griechenland warf derweil Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, mit ihren Vorschlägen zu einer Insolvenzordnung für EU-Staaten finanzschwache Länder in die Pleite zu treiben. „Das könnte vielen das Rückgrat brechen“, sagte Regierungschef Giorgos Papandreou. Merkel hält dagegen: „Es ist unsere Aufgabe, eine neue Stabilitätskultur in Europa zu verankern“, rief sie den Delegierten des CDU-Parteitags in Karlsruhe zu. Unterdessen deutet sich zunehmend an, dass das klamme Irland auch bald unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen und Mrd. zur Stützung seines maroden Bankensektors abrufen könnte.

Die EU ist laut EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny daran interessiert, das Problem rasch zu lösen. Es müsse vermieden werden, dass Länder wie Spanien und Portugal mit in den Strudel gerissen würden, betonte der österreichische Notenbankchef. Der im Mai aufgelegte Fonds der EU und des IWF ist mit 750 Mrd. Euro üppig bestückt und soll klammen Euro-Staaten aus der Patsche helfen. Irland prüft einem Zeitungsbericht zufolge, für seine notleidenden Geldinstitute Hilfen aus dem EU-Rettungstopf in Anspruch zu nehmen. Der Schritt könne eine Möglichkeit sein, Staatshilfen zu vermeiden, meldete die Zeitung „Irish Independent“.

Finanzminister Brian Lenihan könne schon am Dienstag beim Treffen mit seinen Kollegen aus der Eurogruppe in Brüssel anfragen, ob dies machbar sei. Am Mittwoch folgt das Treffen der EU-Finanzminister (Ecofin). Dabei soll das Thema Irland nach Angaben eines EU-Diplomaten außerhalb der üblichen Tagesordnung behandelt werden. Ein anderer EU-Vertreter sagte, es gehe darum festzustellen, was im Fall Irlands die Krisensituation sei, die ein Aktivieren des Euro-Schutzschirms rechtfertige.

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26 Kommentare zu "„Das Risiko ist hoch“: Irland und Portugal schielen auf EU-Nothilfe"

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  • Das Problem ist einfach zu lösen. Deutschland zahlt nichts mehr in die EU bis es seine eigenen Schulden getilgt hat. Was machen die Pleitestaaten, die uns nur anlügen und sich selbst betrügen dann???

  • Das müssen sie erstmal abwarten, ob die klarstellung erfolgt- der euro, der kein "Teuro" ist, bleibt zunächst. ich glaube jedenfalls nicht, daß das bVG den euro zu fall bringt ! Und von wegen Transferunion, das wird so. in D gibt es durch das Grundgesetz die vorgabe, den lebensstandard landesweit auf gleichem Niveau zu halten. Das kann man dann auch "ausweiten".
    Mit dieser überstürzten euro-Einführung sind wir doch voll gelinkt worden hier. aber eben nicht nur wir, die anderen genauso, die wollten es auch nicht. Die Unternehmer fanden in Merkel ein willfähriges ausführungsorgan. Daß das Volk die Zeche zahlen würde und daß überdies europa eine Zerreißprobe bevorsteht, das war und ist der völlig gleichgültig. Hauptsache, der kurzfristige Unternehmerprofit stimmt. Wir dürfen nicht auf die bildzeitungspropaganda hereinfallen, die nun die "bösen" Griechen als Schuldige ausgemacht hat und die angeblich an allem schuld sind. Wir sind meines erachtens mehr Schuld als die anderen, denn die gekaufte deutsche politik hat uns den euro geradezu aufgezwungen, und nicht die anderen. denn es war vollkommen klar, daß es so kommen würde, wie es gekommen ist. Merkel und waigel aber behaupteten felsenfest, das könne "niemals passieren". absolut ausgeschlossen ! :)

  • ich denke, das die bisherigen Rettungsschirme unseres Landes nur vorübergehend sind und wieder zurückgefordert werden müssen,da unsere Regierung für ihre Zustimmung nicht die demokratische Legitimation der bevölkerung laut Art. 23 und 79 GG hat (siehe Urteil des bVerfG vom 30.06.2009), worüber das bVerfG noch entscheiden wird.

    Siehe dazu:
    http://www.euractiv.de/finanzplatz-europa/artikel/eurorettungsschirm---verfassungsrichter-in-der-verantwortung-003586

    Laut EU-Kommision haben europäische banken 18,2 bio. Euro faule Kredite und dafür können und dürfen wir Steuerzahler in einem Staatenverbund mit souveränen Staaten und bevölkerungen NiCHT haften!

    Die EU und Frau Merkel will mit der geplanten dauerhaften "Transfer-Union" Fakten schaffen, ohne die Rechtsprechung des bVerfG dazu abzuwarten und ohne demokratische Legitimation durch die Völker in der EU!

    Damit werden jedoch beide nicht durchkommen!

    Zerbricht die Währungsunion, gibt es halt wieder verschiedene Währungen, wie bereits seit Jahrzehnten vor 2002,in der die EU stabil war!

    ich bin froh, wenn der "Teuro" wieder verschwindet und es klargestellt wird, das es keine "Transfer-Union" in einem Staatenverbund geben kann und darf!


  • eben hörte ich es im ZDF: Die deutschen großbanken haben 123 Mrd. Euro in irland verliehen.
    -es kann angesichts dessen ein jeder sicher sein, daß Merkel die iren irgendwie "retten" wird, garantiert wird sie das. ackermann wird sie bereits darüber belehrt haben, ws nun zu tun ist....

  • @nr.12
    volle zustimmung ! Die EU und der euro kamen auf Drängen des deutschen Kapitals zustande. Und: Das kapital hat abkassiert bei den Exporten !!
    Aber: Zahlen tun wir jetzt über den staatshaushalt !
    DAS ist Merkelsche Politik. Die CDU ist eine Marionette der Kapitalinteressen. Selbst schuld, wenn man die wählt.

  • @"Deutscher". was du hier zusammenredest, ist ein stuß ohnegleichen.
    "ich frage moch nun, warum das nicht auch für jenen bankrotten Staaten schon längst gilt, die nun erneut verschämt oder unverschämt die Hand aufhalten."

    Tip: frag mal bei denen nach, die die verträge gemacht haben-zuallererst die CDU. da kannst du es erfahren, warum. Weil nämlich die deutschen unternehmer nach mehr export gierten, das war der grund, warum der euro überstürzt installiert wurde.

    "ruft man ohne jede Scham und ohne jeden Zweifel primär nach der deutschen Hilfe, fordet unser Geld - ohne jede Gegenleistung(!) - und beschimpft uns letztendlich noch dafür!
    -dummheit vergeht eben nicht. Welche "Schweine" haben denn immerzu auf den abschluß der EU-Verträge gedrängt, du tatsachen-Verdreher ?? in einem Propagandafeldzug wollte Merkel die Lügenverträge durchpeitschen, auch als iren und holländer und andere dagegen stimmten.
    Wenn wir hier dumm genug sind, sowas in die regierung zu wählen, dann schieb mal nicht die schuld den anderen zu !
    "Aber ich versichere ihnen, Sie und diese feinen Damen und Herren werden von uns Nationalsozialisten zu gebener Zeit die richtige Antwort erhalten, darauf können Sie sich verlassen!"
    Die richtige antwort würde in einem boykott deutscher waren bestehen. dann würden dir deine großkotzigen Sprüche schnell vergehen. es war ein furchtbarer Fehler der westmächte, nicht das gesamte nazitum hinter gittern oder im archipel gulag bis zum tod weggesperrt zu haben.
    "So dürfen wir Deutsche nicht mit uns umspringen lassen, wenn wir auch nur einen Funken Ehre und Anstand im Leibe haben! "
    -Genau so muß man die deutschen behandeln. so und nicht anders ! Jedem das, was er verdient.

  • Vorschlag, um aus der Misere herauszukommen, die uns Frau Merkel eingebrockt hat: gründen wir eine bürgerinitiative: Deutsche Steuergelder für das eigene Land! Denn der 750 mia. Hilfeschirm reißt alle beteiligten Länder (und uns am meisten) in den finanziellen Abgrund - mithin in die inflation! Die Aussage von Merkel, dass die EU mit dem EURO fällt, ist widersinnig und finanzökonomisch falsch. Die ökonomisch schwachen PiGS-Staaten können nicht mehr wie früher mit einer Abwertung der eigenen Währung reagieren. Ergo: der EURORAUM wird zwangsweise zerfallen. Es ist nur die Frage, wann und wieviel wir für diesem EU-finanzpolitischen Zusammenbruch "bluten" müssen.

  • 10 Mio Griechen brauchten bislang 110 Mrd. plus Anleiheaufkäufe - Nachschlag wird bald fällig
    4 Mio iren brauchen 80 Millarden
    10 Mio Portugiesen brauchen dann wohl auch so 100 bis 150 Mrd. Euro
    10 Mio Ungarn brauchen sicherlich auch 100 Mrd. Euro
    45 Mio Spanier - da wird es schon etwas teurer - rechnerisch dann wohl 500 Mrd.
    60 Mio italiener - ???
    65 Mio Franzosen - ??? (erst 2014)
    Nicht vergessen: Alle brauchen regelmäßig bis 2050 Nachschlag. Von nichts kommt eben nichts...

  • irland und Portugal schielen nicht nur auf Nothilfe, sie sind schon dabei, sie zu erpressen. Griechenland heute vorneweg.

    Griechenlands Premier beleidigt heute sogar diejenigen, die sein Trickser-Land mit zig Mrd. werden retten müssen, das trotz Thales/Pythagoras auch ein Jahr nach der selbstverursachten Schuldenkatastrophe immer noch keine ordentlich errechneten Haushalts-Statistiken vorlegen kann, sich den Sachverstand dazu sonstwo borgen muß und in der Fiskalik als absolut impotent anzusehen ist; das einen Schuldenpump veranstaltet hat, wie er seinesgleichen nicht kennt, auch dank des EU-Subventionierungsirrsinns, den vornehmlich der dt. Steuerzahler bezahlt.

    Papandreou tut es mit der Geste eines Anwalts für irland und Portugal, nicht für seinen griechischen Augiasstall (mythologisch ein veritabler Saustall; realiter dank seiner politischen Führung, zu der auch Papandreous Partei, die Sozialisten, gehört, heute der Haupt-EU-Saustall): Der iren und Portugiesen Staatsanleihen seien durch Deutschlands Schuld, das die Verursacher von Sauställen künftig mithaften lassen will, zu teuer geworden. Der denkt gar nicht daran, seinen Stall auszumisten.

    Warum geht das? Dank der verrückten EU-Schulden-Übernahmen, die die entlasten, die Feste gefeiert haben zu Lasten derer, die gespart haben und jetzt dafür haften müssen. Da sind dann die Sozialprasser auch noch die wahren Opfer. Das kann man wirklich nur den Deutschen erzählen. Und erzählt es auch so.

    Das ist das EU- und Euro-Projekt deutscher Regierungen seit Kohl. Schröder/Fischer haben alles verschlimmert. Merkel mit Westerwelle ihm die Krone aufgesetzt. Der deutsche bürger darf sie tragen, die Krone aus blech mit entsetzlichen Schulden. Nie befragt dazu!

    Merkel heute von ihrer Partei dafür nicht einmal abgestraft. Die hält am Untergang des deutschen bürgers fest. Was zählt der noch gegen Europa-Visionen ihrer sie immer schlimmer entmündigenden Regierungen? Was gegen deren Hirnkrankheit?

  • Manchmal muss man sich schon wundern, was man zu lesen bekommt. ich dachte, auf der internetseite des Handelsblatt, dürfte man weitestgenhend mit sachlich richtigen und fundierten beiträgen rechnen, aber man wird doch immer wieder negativ überrascht.
    Hier ein paar Fakten:
    Es gibt kein Land in der EU, das auch nur annähernd so viel von der EU profitiert, als das extrem exportlastige Deutschland. Der starke, extrem wertstabile Euro, ist eine völlige Katastrophe für die Volkswirtschhaften mit schwächeren industriellen Strukturen. in nicht Euro Zeiten hätten diese Länder längst ihre Währung abgewertet und könnten besser mit ändern wie China und auch Deutschland konkurrieren. insofern hat es diesen in keinster Weise geholfen, dem Euroraum beizutreten und der zum Glück sehr starken Deutschen industrie die Tür weitestgehend zu öffnen.
    Glaubt hier allen ernstes jemand, die Deutsche industrie und damit die Politikerkaste würde aus reinem Samaritertum so extrem um den Euro kämpfen? Das ist doch wohl euer ernst!!
    Außerdem trägt Deutschland selbst einen gigantischen Schuldenberg vor sich her und ich bin der festen Überzeugung, dass so gut wie kein Land (die USA eingeschlossen) ernsthaft in der Lage sein, jemals die Schulden zurückzuzahlen.
    Noch ein letztes zur EU: Was sehr sehr gerne vergessen wird ist, dass die EU das größte Friedensbündnis der jüngeren Geschichte ist. ist das kein Wert, für den es sich lohnt zu kämpfen.
    ich bin jedenfalls sehr froh, in friedlichen Zeiten leben zu können und bin den Politikern, die diese idee der Europäischen Union hatten sehr, sehr dankbar.

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