Das Umweltprojekt "Grüner Gürtel", bei dem 30 Millionen Bäume gepflanzt wurden, machte sie bekannt
Friedensnobelpreis geht an kenianische Umweltschützerin

Die kenianische Umweltschützerin Wangari Maathai erhält als erste Afrikanerin überhaupt den Friedensnobelpreis. Sie hat in Deutschland studiert. Von ihrem Glück erfuhr sie schon im Vorfeld - ein norwegischer Diplomat hatte sich verplappert.

HB OSLO. Das Osloer Nobelkomitee begründete die Vergabe am Freitag mit dem Einsatz der 64-Jährigen für eine „nachhaltige Entwicklung der Natur, Meinungsfreiheit und Demokratie“ in ihrem Heimatland und in Afrika. „Maathai denkt global und handelt lokal“, sagte der Komiteevorsitzende Ole Danholt Mjøs. Er fügte hinzu: „Wir haben mit dem Preis für Wangari Maathai den Friedensbegriff erweitert. Ohne eine gut gut funktionierende Umwelt gibt es keinen Frieden.“

Maathai sagte in einem Interview mit dem TV-Sender NRK: „Ich bin völlig überwältigt emotional sehr bewegt. Dies ist die größte Überraschung in meinem ganzen Leben.“ Durch die Indiskretiton eines norwegischen Gesandten hatte die stellvertretende Umweltministerin von Kenia allerdings schon vor der offiziellen Verkündung von ihrem Glück erfahren. Die Nachricht von der Auszeichung kam dann auch nicht zuerst aus Oslo, sondern von der Preisträgerin selbst.

Maathai wurde vor allem durch ihr 1977 gegründetes Umweltprojekt "Grüner Gürtel" (Green Belt Movement) bekannt, durch das 30 Millionen Bäume in Afrika gepflanzt wurden. Ihr Engagement begründete sie seinerzeit mit den Worten: „Wir haben eine besondere Verantwortung für das Ökosystem dieses Planeten. Indem wir andere Arten schützen, sichern wir unser eigenes Überleben.“ Sie setzte sich aber auch gegen die Verfolgung Oppositioneller, die Unterdrückung der Meinungsfreiheit und Korruption ein.

Mit Jubel hat die „Grüngürtelbewegung“ in Kenia auf die Verleihung des Friedensnobelpreises an ihre Gründerin reagiert. „Wir sind ganz aus dem Häuschen“, sagte die Projektmitarbeiterin Muguru Muchai am Freitag in Nairobi. „Jeder klebte am Radio, und jetzt bekommen wir Anrufe aus allen Ecken der Welt.“ Muchai sagte, der Preis gebe ihrer Arbeit Aufschwung. „Nun werden wir noch mehr leisten können.“

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