Dassault
Frankreich kürzt Militär-Etat

Aufgrund des Euro-Stabilitätspaktes, muss Frankreich in den nächsten fünf Jahren 60 Milliarden Euro einsparen. Gelingen soll das, mit einer Verkleinerung der Armee. Zudem sollen weniger Kampfflugzeuge angeschafft werden.
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ParisDie französische Regierung plant eine Verkleinerung der Streitkräfte um rund zehn Prozent. Der Entwurf für die Verteidigungsetats der sechs Jahre ab 2014 sieht den Abbau von 23.500 der 228.000 Stellen vor, 16.000 davon in der Verwaltung. Im laufenden Haushalt sind bereits 10.000 Stellenstreichungen vorgesehen. Zudem sollen nach der Vorlage, die am Freitag veröffentlicht werden soll, weniger Rafale-Kampfflugzeuge angeschafft und die Zahlungen dafür gestreckt werden. Es gebe aber keinen Grund zur Sorge für den Flugzeugbauer Dassault, sagte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian dem Sender Europe 1. Er sei sehr zuversichtlich, dass sich in den kommenden Monaten Exportmöglichkeiten für den Rafale-Jet ergäben.

Die französische Regierung will über einen Fünf-Jahres-Zeitraum ihre Ausgaben um 60 Milliarden Euro senken, um die Vorgaben des Euro-Stabilitätspaktes einhalten zu können. Bislang waren die Streitkräfte von drastischen Kürzungen verschont geblieben. Nun soll der Verteidigungsetat für die kommenden drei Jahre bei 31,4 Milliarden Euro verharren - das entspricht der Summe für 2013. Ab 2017 soll der Haushalt dann wieder steigen. Der Stellenabbau trifft Frankreich aber in einer Zeit steigender Arbeitslosigkeit hart und könnte die Unzufriedenheit über die Politik des sozialistischen Präsidenten Francois Hollande weiter erhöhen.

Nach dem Haushaltsentwurf soll die Luftwaffe in den sechs Jahren nur noch 26 Rafale-Maschinen abnehmen statt wie geplant elf pro Jahr. Auch soll die Zahlung der rund 120 Millionen Euro teuren Flugzeuge gestreckt werden, um den Haushalt zu entlasten. Die Regierung setzt darauf, Rafale-Maschinen, ein Kernprodukt des teilstaatlichen Rüstungskonzerns Dassault, ins Ausland verkaufen zu können. Derzeit laufen Gespräche mit Indien über 126 Flugzeuge. Auch in Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Brasilien und Malaysia bewirbt sich Frankreich um einen Zuschlag für seinen Kampfjet, allerdings gegen die Konkurrenz von Eurofighter sowie amerikanischer und russischer Hersteller.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Dassaults Probleme begannen schon früher, als man sich entschloß, Renault-Motoren (createur de automovil) in die Mirage V Jets einzubauen.
    Nicht häufige Abstürze, sondern pure Startschwierigkeiten machten den Jet schwer verkäuflich.
    Aus für gewöhnlich vertrauenswürdigen Quellen verlautet, daß Monsieur H., der anonym bleiben will, mit seinem syrischen Kollegen Assad zur Unterstützung von Dassault Verträge unterzeichnet hat, in denen sich dieser verpflichtet, bis zu 300 Mirages und 200 Rafaeles abzunehmen.
    Die EZB wird für die Zahlung bürgen, Assad soll angeblich direkt nach Unterzeichnung eine neue Identität und eine Luxusimmobilie auf Barbados erhalten.

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