David Cameron
Cameron könnte Brown beerben

David Cameron könnte Großbritanniens nächster Regierungschef werden. Mit neuen Themen hat der konservative Politiker seine Partei wieder gesellschaftsfähig gemacht. Jetzt kämpft er mit Gordon Brown um die Macht im Königreich – und gewinnt dabei immer mehr die Oberhand.

LONDON. Seine Mutter und seine Frau sind die Töchter von Baronen. Sein Vater stammt von einem der zehn unehelichen Kinder von König William IV. ab. Und dennoch hat ausgerechnet David Cameron die Partei Margaret Thatchers vom Ruch befreit, eine Partei der Eliten und der Reichen zu sein. Er ist haushoher Favorit, nächster britischer Premier zu werden, und erklärt fast jeden Tag: „Ich bin bereit, die Regierung zu übernehmen.“

Dem Kabinett von Premier Gordon Brown hält er schwere Versäumnisse vor, für die Labour nun zahlen müsse: „Warum laufen ihm diese Leute davon“, fragt Cameron. „Wir haben eine dysfunktionale Regierung und einen Premier, der nicht führen kann. Mitten in der schwersten Rezession haben wir eine Regierung, die zum Gelächter der Welt wird.“

Als Cameron 2005 Parteichef der Konservativen wurde, galt er noch als seichter Werbemann, der sich damit begnügte, die „Marke Tory“ zu entgiften. Das Land surfte auf der Boomwelle. Alle dachten, Regieren bestehe aus dem Verteilen von Geld. Cameron versöhnte die Tories mit Tony Blairs New-Labour-Werten und machte sie liberaler, toleranter, grüner. Cameron machte Gutwetter-Politik. Er versprach, Großbritanniens „kaputte Gesellschaft“ zu reparieren und wollte Teenager-Müttern und Komasäufern statt mit staatlichem Dirigismus mit einer neuen gesellschaftlichen Selbstorganisation von unten zu Leibe rücken.

Doch die Wirtschaftskrise, das klaffende Etatloch und nun die Spesenkrise zwangen ihm eine härtere Agenda auf. Nun muss er womöglich schon bald nicht nur die kaputte Gesellschaft, sondern auch die kaputten Staatsfinanzen und die kaputte Demokratie zusammenflicken.

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